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Gina Thusek Klaber
Looking up
Francis Upritchard. Hommage an Gina Thusek Klaber, 2017


Die in Neuseeland geborene Künstlerin Francis Upritchard (New Plymouth, 1976) ließ sich nach ihrem Abschluss an der School of Fine Arts der Universität Canterbury in London nieder, wo sie heute lebt und arbeitet. Ihre künstlerische Arbeit, die im Wesentlichen skulptural ist, basiert auf unterschiedlichen Materialien wie Ton, Stoff, Glas und besonders Balata, einer kautschukähnlichen Substanz, die aus dem Milchsaft bestimmter Baumarten gewonnen wird, die vor allem in Brasilien heimisch sind. Ihre frühen Arbeiten waren mit dem Tierreich verbunden, doch ab 2007 wandte sie sich der menschlichen Darstellung zu: Serien von meist kleinformatigen Figuren, in deren Gestus, Bekleidung und Schmuck sich Verweise auf verschiedene Epochen und Kulturen verdichten.

Für ihr Werk auf der Passerpromenade beschäftigte sich Upritchard mit einer Kosmopolitin wie sie selbst, die die menschliche Figur ebenso in den Mittelpunkt ihrer Arbeit rückte: Gina Thusek Klaber (Rýmařov / Römerstadt, 1900 – Meran, 1983), ihres Zeichens Künstlerin – und vor allem Bildhauerin –, die in Wien, Florenz und Mailand studierte und sich oft in London aufhielt. Dass sie dauerhaft in Meran blieb, war keine freie Entscheidung: Es wurde ihr verordnet, nachdem sie 1939 durch Aberkennung der Staatsangehörigkeit wegen ihrer jüdischen Wurzeln staatenlos geworden war.

Bewusst vermeidet Upritchard jeden Anflug von naturgetreuer Wiedergabe und unterbreitet ein Werk, das sich eher mit dem „bildhauerischen Machen“ selbst zu beschäftigen scheint: Durch das gewollt Unfertige, vor allem die Abwesenheit des Gesichts, und die Verlagerung der Aufmerksamkeit auf die Halskette als Schmuckelement verweist die Skulptur auf Vorbilder aus uralten vergangenen Zeiten.

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