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Wallfahrtskirche in Unser Frau im Schnalstal

Die Wallfahrtskirche im Schnalstal

Einer der ältesten Wallfahrtsorte Tirols

Im Jahr 1304 überlassen Pilger aus südlichen Wallfahrtsorten – oder gar aus dem Heiligen Land – der Überlieferung nach auf ihrem Rückweg über die Alpen einer Bauersfamilie in Schnals ihr mitgebrachtes Andenken, eine kleine hölzerne Marienstatue.

Schnals war seit Jahrhunderten ein vielbegangenes Tal über das Niederjoch (Ötzi-Fundstelle) ins Ötztal und von dort über den Fernpass nach Augsburg. Der Wallfahrtsort Unser Frau hat ganz sicher mit diesem Durchzugsgebiet für Pilger in hl. Stätten zu tun. Es ist schon bemerkenswert, dass die Kirche in Vent/Ötztal dem Patron der Pilger, dem hl Jakobus, geweiht ist.

1304 n. Chr. beginnt  mit der "Auffindung" der Muttergottes-Statue die Geschichte des Wallfahrtsortes, der Ortschaft und Pfarre Unser Frau in Schnals. Zwei Jahre später wurde dies beim Bau der ersten Kapelle festgehalten (Gemälde an der linken Innenfassade der Kirche).

1306 "Als man zählte 1306 Jahr, ist dies Gotteshaus gebaut worden gar". Geschichtlich stehen wir mit dieser Zeitangabe am Ende der Kreuzzugepoche. In Urkunden und Abschriften ist zwar nicht die Rede von Kreuzrittern, wohl aber von Pilgern. Dies lässt auf einen geschichtlichen Ursprung des Wallfahrtsortes schließen:

Pilger aus südlichen Wallfahrtsorten - oder gar aus dem Hl. Land - nehmen von dort eine kleine "Marienstatue mit Kind" (13 cm groß - geschnitzt aus Buchsbaumholz um 1300) als Andenken mit nach Hause. Auf ihrem Rückweg über die Alpen hinterlassen sie einer Bauernfamilie in Schnals aus irgendeinem Grund ihr mitgebrachtes Andenken. Die Menschen hier finden über diese Statue zur Mutter Gottes tiefstes Zutrauen und erbauen ihr zu Ehren die erste Kapelle. Wunderbare Gebetserhörungen auf die Fürbitte der Gottesmutter Maria werden schließlich Grund dafür, dass immer mehr Gläubige zur "Gnadenmutter Maria von Schnals" pilgern. Grund genug diese Stätte zum Wallfahrtsort zu erheben.

1312 wird urkundlich bereits auf die Verleihung eines Ablasses verwiesen.

1349 wird die Kapelle vergrößert und darin ein Marienaltar geweiht.

1366 bestätigte der Bischof von Chur die Seelsorge in Schnals und wies dabei auf die Wunder hin, die "hier des Öfteren geschahen". Davon berichten die 3 Gemälde an der rechten Innenseite der Kirche und die Votivtafeln.

1407 wurde die gotische Kirche fertiggestellt - im Bilde festgehalten am dritten Gemälde der linken Innenfassade. 

Zwischen 1445 und 1449 wurde Unser Frau zur Pfarre erhoben.

1765 Aufgrund des großen Pilgerstromes zum Wallfahrtsort wurden ein Umbau und die Erweiterung der Kirche notwendig. Pfr. Hieronymus Mathui erbaute die heutige barocke Kirche unter Baumeister Schiestl aus Bozen. Beinahe sämtliche Altäre, Altarbilder und Statuen sind in dieser Zeit geschaffen worden.

1797 wurde der bisherige gotische Turmabschluss durch eine zwiebelförmige Turmkuppel ersetzt.

1881 wurde das Kircheninnere im Nazarenerstil mit Heiligenbildern am Gewölbe ausgemalt.

1941 wird die Pfarre Unser Frau zur Erzpfarre erhoben.

2004 wurde das 700-jährige Jubiläum der Wallfahrt gefeiert

Eine ausführliche Beschreibung der Kirche, Kapellen und des interessanten Friedhofs ist vor Ort gegen Schutzgebühr erhältlich.

Besinnungsweg - Wallfahrtsort Unser Frau im Schnals

Der schön angelegte Marien-Wallfahrtsweg führt durch einen prachtvollen Lärchenwald zur Wallfahrtskirche. Entlang des Weges sind Stationen angebracht, die wichtige Szenen aus dem Leben der Gottesmutter Maria zeigen. Die Abbilder wurden von einheimischen geschnitzt und regen zum Innehalten an.

Weitere Informationen zur Wallfahrtskirche und zum Besinnungsweg finden Sie hier.