Waalwege in Partschins
Wandern am Wasser – Auf den historischen Waalwegen rund um Partschins

Waalwege in Partschins

Wandern am Wasser – Auf den historischen Waalwegen rund um Partschins

Waalwege zählen zu den ältesten Kulturwegen Südtirols. Bereits im Mittelalter wurden diese schmalen Bewässerungskanäle entlang der trockenen Sonnenhänge angelegt, um die Felder, Obstwiesen und Weinberge mit Wasser zu versorgen. Sie finden sich vor allem im Vinschgau und im Meraner Land, wo Trockenheit und Klima den Wassertransport lebensnotwendig machten.

Entlang der Waale entstanden einfache Pfade – die heutigen Waalwege. Sie verlaufen weitgehend eben durch Wald und Wiesen, vorbei an Kastanienhainen, Felsbändern und Obstgärten. Dank des milden Klimas sind sie fast das ganze Jahr über begehbar und beliebt bei Familien, Genusswanderern und Kulturinteressierten.

Eine zentrale Rolle spielte über Jahrhunderte der „Waaler“ – der Wasseraufseher. Er war dafür verantwortlich, dass der Waal sauber blieb, ausreichend Wasser führte und kein Tropfen verschwendet wurde. Bis heute erinnern "Waalschellen" – kleine Glocken im Wasserlauf – daran, dass früher jedes Ausbleiben des Glöckchens ein Warnsignal war. Sie erinnert heute noch an die historische Funktion der Waale.


In der Gemeinde Partschins gibt es zwei Waalwege:

Der Partschinser Waalweg verläuft oberhalb des Ortskerns von Partschins und führt offenes Wasser auf 1,6 km. Vorbei an historisch wertvollen Kultstätten lädt er zu Rundumblicken über das gesamte Meraner Land. 
Er gehört zu den ältesten Waalwegen im Burggrafenamt — errichtet im 15. Jahrhundert durch die Grafen von Stachelburg.

Der Rablander Waalweg verläuft oberhalb des Ortskerns von Rabland und führt offenes Wasser auf 640 m.

Beide Waalwege beziehen ihr Wasser aus dem Zielbach – aus dem wasserreichen Zieltal, das seit Jahrhunderten die Felder in Partschins und Rabland versorgt. Und beide Waale haben auch heute noch ihren eigenen „Waaler“. Sie gehören zur Wasserinteressentschaft, also zu jenem Zusammenschluss von Bauern, die das Wasser nutzen und gemeinsam Verantwortung tragen.

Die Aufgabe des Waalers ist geblieben – doch seine Rolle hat sich verändert: Er ist kein vollzeitlicher Wächter mehr, wie in früheren Zeiten, als er mit Tradition und Waffe unterwegs war, um Wasserrechte zu schützen. Heute betreuen die Bauern den Wasserlauf nebenbei, öffnen und schließen Schieber, reinigen den Kanal und sorgen dafür, dass das Wasser dort ankommt, wo es gebraucht wird – besonders dort, wo keine automatische Bewässerungsanlage vorhanden ist.

Dass Wasser einst wertvoller war als Gold, zeigt ein dokumentierter Streit aus dem Jahr 1431, als Bauern aus Rabland und Partschins um das Recht auf Wasser aus dem Zielbach kämpften. Ein Hinweis darauf, wie bedeutend und wie alt diese Wasserleitungen – die Waale – tatsächlich sind.
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