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Veranstaltungen bei Prokulus
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Veranstaltungen

in der St. Prokulus Kirche und im Museum


Konzerte, Lesungen und spezielle Angebote machen aus der Prokuluskirche und dem Museum auch heute noch einen Ort der Begegnung, des Austausches und der Wissensvermittlung. Hier finden Sie die kommenden Veranstaltungen.



Tag der Romanik

08. Oktober 2022

Das Museum und die Kirche sind durchgehend von 10 - 16.30 Uhr geöffnet und an diesem Tag finden kostenlose Führungen statt. Auch der Eintritt ist frei.

16.30 Uhr: Vortrag mit Patrick Cassitti „Forgotten Colors“

Patrick Cassitti ist wissenschaftliche Leiter der Stiftung Kloster St. Johann in Müstair und Initiator und Projektkoordinator von „Forgotten colors“.

Patrick Cassitti stellt die beteiligten Kirchen, die Gemeinsamkeiten und in groben Zügen die Ziele des Projektes vor. „Forgotten Colors“ ist ein Forschungsprojekt, das über die heutigen Grenzen hinaus in den ehemaligen gemeinsamen Kultur- und Wirtschaftsraum blickt.

Am Samstag, 08. Oktober und am Sonntag 09. Oktober, haben die Besucher die Möglichkeit den Wissenschaftlern bei der Arbeit zuzusehen.
Patrick Cassitti, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Kloster St. Johann in Müstair und Initiator und Projektkoordinator von „Forgotten colors“.
Das Projekt:
In Europa existieren nur sehr wenige Beispiele frühmittelalterlicher Wandmalerei, die bis in die heutige Zeit überdauert haben. Ein Großteil davon befindet sich im Kanton Graubünden: die Klosterkirche und die Heiligkreuzkapelle des Klosters St. Johann in Müstair, UNESCO Welterbestätte, die Malereien in der Kirche St. Peter Mistail, die bemalten Stuckfragmente des Klosters Disentis, die Krypta von St. Stephan in Chur. Zwei weitere Beispiele befinden sich im Vinschgau (Italien): St. Benedikt in Mals und St. Prokulus in Naturns. Im Frühmittelalter gehörten die beiden zuletzt genannten Orte ebenfalls zur Raetia Curiensis, die mit ihren Pässen, Flüssen und Verbindungswegen den Norden und den Süden Europas miteinander verklammerte.

Inhalt und Ziel des Forschungsprojekts
Die frühmittelalterlichen Wandmalereien Graubündens und seiner angrenzenden Gebiete, die zur frühmittelalterlichen Region Raetia Curiensis gehörten, sind ein wichtiges und seltenes Zeugnis des kulturellen Reichtums der damaligen Zeit. Ihre materiellen Eigenschaften stellen eine wichtige Informationsquelle für die Maltechnik, die Produktionsmethoden der Pigmente und Bindemittel, die Beschaffung und Herkunft der Rohmaterialien und die kulturellen Einflüsse auf Künstler und Bauherren dar. Die im Rahmen des Projekts von Naturwissenschaftlern, Archäologen und Kunsthistorikern durchgeführte transdisziplinäre Forschung wird es erlauben, die Netzwerke von Beziehungen zwischen Personen, Gegenständen und Ideen nachzuverfolgen, deren Produkt die untersuchten Kunstwerke sind. Dadurch wird ein bedeutendes Segment dieses einflussreichen Abschnitts europäischer Geschichte beleuchtet.


Wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Kontext
Um die Netzwerke von Beziehungen nach zu verfolgen, zu denen die frühmittelalterlichen Wandmalereien der Raetia Curiensis gehörten, werden die aktuellsten wissenschaftlichen Analysemethoden angewandt, um die chaîne opératoire ihrer Herstellung so vollständig wie möglich zu rekonstruieren. Die dadurch generierten Informationen werden mit jenen der Archäologie und Kunstgeschichte verglichen und verknüpft, um eine transdisziplinäre und komparative Zusammenschau zu erstellen, die über die einzelnen untersuchten Objekte hinausgeht. Diese Forschung hat das Potential, neue, bedeutende Erkenntnisse über die Präsenz, Persistenz und Diffusion von Techniken, Wissen und Ideen in der Zeit zwischen dem 6. und dem 10. Jh. zu erlangen.