Kraftplatz St. Hippolyt

Im Norden des Tisner Mittelgebirges liegt der mit seinen 758 m weitum sichtbare Basaltbühel von St. Hippolyt. Der Hügel liegt einsam, abseits vom Lärm der Welt, und bietet einen einzigartigen Rundumblick weit über das Etschtal. Nicht weniger als 20 Ortschaften und 40 Schlösser sind von hier oben zu sehen.

Seine exponierte Lage machte ihn zu einem der ältesten urgeschichtlichen Siedlungsplätze Südtirols. So zeigen Funde von jungsteinzeitlichen Pfeilspitzen, Klingen und Mörsern, dass hier schon im 4. Jahrtausend v. Chr., also vor fast 6.000 Jahren, Menschen lebten. Ein aufmerksamer Besucher kann heute noch überall am Hügel Vertiefungen in den behauenen Felswänden und Schalensteine erkennen, die uns Einblick in das Leben und die Kulte der einstigen Bewohner geben.

Heute prägt das 1286 erstmals erwähnte aber sicher schon ältere Kirchlein von St. Hippolyt die Hügelkuppe. Es zeigt, wie sehr dieser Ort seine mystische Anziehungskraft auf die Menschen beibehielt. Zweifelsohne lässt sich diese besondere Aura auch heute noch spüren und lädt Menschen zur inneren Einkehr ein. Auch deshalb wurde 2010 der Besinnungsweg zum Lichtreichen Rosenkranz und zum Gedenken an Papst Johannes Paul II. errichtet. Den Pilger erwarten unterwegs sechs Bronzereliefs mit den Geheimnissen des Lichtreichen Rosenkranz und einem Porträt des verstorbenen Papstes. Es sind Werke des Künstlers Robert Giovanazzi aus Meran, die von den Kunstgießern Stefan und Vinzenz Dirler, gebürtig aus Prissian, umgesetzt wurden.