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Eine Blume zum Verlieben
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Eine Blume zum Verlieben

Sie gehört zur größten existierenden Pflanzenfamilie. Das ist aber nicht der einzige Grund, aus dem Valtl Raffeiner der Orchidee in Gargazon eine ganze Welt gebaut hat.

„In diese Pflanze muss man sich einfach verlieben, so vielfältig ist sie“, schwärmt Valtl Raffeiner, während er mit seinen kräftigen Arbeiterhänden nach dem zarten Stiel einer rosaroten Orchidee greift und sie leicht schüttelt. Die kleinen violetten Lippen beginnen rhythmisch zu schaukeln. „Ist das nicht fabelhaft?“, fragt Raffeiner und strahlt. Die Leidenschaft, die der Gärtner seit 1970 in seinen Beruf steckt, ist unverkennbar, genauso wie seine Liebe zur Gattung der Orchideen. Aus diesem Grund hat sich der Familienvater und Geschäftsmann auch dazu entschlossen, das Projekt „Orchideenwelt“ in Angriff zu nehmen. „Nachdem ich 30 Jahre lang in Apulien Mittelmeerpflanzen für ganz Europa produziert habe, wollte ich etwas schaffen, womit ich Menschen Freude machen kann“, meint Raffeiner. So nutzt er seit dem Frühling dieses Jahres die riesigen Gewächshäuser am Dorfeingang von Gargazon nicht mehr nur für die Zucht der wertvollen Pflanzen, sondern auch als Ausstellungsräume für die farbenfrohe Pracht. Auf einem halben Hektar Fläche ist hier ein Erlebnispark entstanden, in dem die Besucher alles rund um die exotischen Gewächse erfahren können.
Sehenswürdigkeiten-Raffeiner Orchideenwelt-Lana und Umgebung
Sehenswürdigkeiten-Raffeiner Orchideenwelt-Lana und Umgebung[2]
Vom Ursprung bis zur Blüte
Ein kleiner Lehrpfad mit Bildern und Beschreibungen informiert bereits am Anfang der Orchideenwelt über die Geschichte der Orchidee. 70–80 Millionen Jahre alt ist diese Pflanzenfamilie demnach. Nachgewiesen hat man das mit Orchideenpollen, die auf dem Rücken einer Biene in einem Bernstein gefunden wurden. Vorbei an sogenannten Dracula-Orchideen und Baumfarnen geht es weiter zu einem großen Fenster, das einen Blick auf die Produktion erlaubt. Eine Orchidee reiht sich hier an die nächste. „Über 500 verschiedene Orchideen und 6.000 Pflanzen insgesamt sind das“, sagt Raffeiner stolz.

Einige Schritte weiter taucht der Besucher in die Welt der Insekten ein. Ein enger Tunnel führt in einen gelb gestrichenen Raum. „Man muss sich hier vorstellen, wie man als Insekt durch die Blüte bis zu den Pollen gelangt“, erklärt der Chef und schreitet durch die imaginäre Blüte hindurch. Von Knallorange über Ockergelb bis hin zu einer Violett-Grün-Mischung reicht die Farbpalette der Blüten im Gewächshaus. „Die Pflanzen wollen mit ihrer Schönheit nicht uns Menschen beeindrucken, sondern den Insekten auffallen, damit sie bestäubt werden“, erklärt Raffeiner die Außergewöhnlichkeit der Blüten.
Orchideenwelt Raffeiner
Orchideenwelt Raffeiner
Raffeiner Orchideenwelt bietet seit dem 13. März 2016 nicht nur Orchideenliebhabern eine Erlebniswelt zum Staunen und Entdecken, sondern auch Familien aus ...
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Manche Orchideen werfen während der Blütezeit dafür sogar alle Blätter ab, so auch die rosarote Hänge-Orchidee, von der Valtl Raffeiner gerade einige vertrocknete Blüten zupft. Seit fünf Jahren sammelt der Pflanzenliebhaber Orchideen aus aller Welt, um sie im hauseigenen Labor auf Haltbarkeit und Marktfähigkeit zu testen. „Zuständig dafür ist unsere Tochter Barbara, die Genetik studiert hat und nun in unserem eigenen Labor arbeitet“, sagt der stolze Papa. Dort werden die Raffeiner-Orchideen auch gezüchtet. „Fünf Jahre braucht die Orchidee vom Samen bis zur ersten Blüte“, erklärt er.
An Bananenbäumen vorbei und über eine Hängebrücke geht es schließlich weiter bis zu einer menschengroßen Weltkarte. Diese diene zur Orientierung, meint Valtl Raffeiner. „Am häufigsten kommen Orchideen in der Nähe des Äquators in Asien, Mittel und Südamerika vor“, erklärt er und zeichnet die Gebiete mit der Hand auf der Karte nach. Wenn Raffeiner nicht arbeitet, verbringt er die Zeit am liebsten mit seiner Familie oder bereist die Welt. Schlendert man mit ihm den Orchideen-Pfad entlang, erzählt er immer wieder gerne von seinen Erlebnissen im „echten Dschungel“. Gestresst wirkt der Chef trotz des großen Betriebes nicht: „Fürs Leben muss man sich auch Zeit nehmen“, sagt er, „das ist ganz wichtig.“
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