Einzelne Wälder wurden immer wieder in Grundstückstreifen geteilt und dann unter den Höfen verlost. Nach der Schlägerung und Entastung im Frühjahr wurden die Stämme entrindet, um den Befall mit Schädlingen zu minimieren und die Trocknung zu beschleunigen. Dadurch verringerte sich auch das Gewicht und der glatte Stamm konnte besser getriftet werden. Die Trift erfolgte im Winter, wenn der Boden gefroren war, über verschneite und vereiste Rinnen in Richtung Dorf, wo sich in der Nähe des Nagelehofes ein Lagerplatz befand. Als 1953 eine Drahtseilbahn zur Holzbringung von den Gallhöfen bis zum Nagelehof von einem Holzhändler gebaut wurde, hörte das Holztriften auf. Waren aus mehreren Waldstreifen oder auch Privatwäldern Schlägerungen im Gange, bedurfte es einer Zuordnung der Stämme zu ihren Besitzern. Hier kamen die Holzmarken ins Spiel: Jeder Bauernhof hatte sein Kennzeichen, das der Holzfäller
etwas entfernt vom Stammende auf der dickeren Seite nach der Entrindung einschlug, zum Beispiel ein „T“ für Tribus Wiesgut, ein „WI“ für Wieser Gasser, ein „MT“ für Mair am Turm. Aber nicht alle Zeichen enthalten Anfangsbuchstaben der Hof- oder Familiennamen, viele der Marken sind auch reine geometrische Formen. Sie dürften bis in das 18. Jahrhundert zurückreichen, da die erste Waldaufteilung 1710 erfolgte.