„Schlüsselloch, öffne dich!“ „Schlüsselloch, öffne dich!“ „Schlüsselloch, öffne dich!“ „Schlüsselloch, öffne dich!“

„Schlüsselloch, öffne dich!“

Ein historisches Überbleibsel unter den Meraner Lauben

„Schlüsselloch, öffne dich!“ So ungefähr könnte es sich damals zugetragen haben. Als unter den Meraner Lauben gefeilscht und geboten, gehandelt und gekauft wurde. Damals wurde direkt auf der Straße verkauft. Wie auf einem Marktplatz hatte jeder eine eigene Verkaufsfläche und konnte seine Ware anbieten.

Damals lebten die Händler und Handwerker in den Wohnhäusern direkt hinter den Lauben. Während ein Händler für mehrere Monate unterwegs war, behütete die Frau das Haus. Sie war die Hüterin des Schlüssels. Kam Besuch oder wollte jemand das Haus betreten, so stand er unter den Laubenbögen vor dem großen Holztor. Über ihm befand sich das sogenannte „Schlüsselloch“. Damit ist also kein Schlüsselloch gemeint, wie wir es kennen, sondern eine Art quadratisches „Loch“ an der Decke. Dieses Loch konnte die Frau öffnen, wenn jemand am Tor klopfte, und runterschauen. So hatte sie stets einen Überblick über ihre Besucher.

Die Frau lies nun den Schlüssel an einem Faden runter und der Gast konnte das Tor aufschließen. Um das Tor von innen wieder zu schließen, wurde der Schlüssel nochmals durch ein zweites Schlüsselloch hinter dem Tor heruntergereicht und der Gast konnte die Tür von innen wieder verschließen.

Übrigens: Durch das Schlüsselloch sah die Frau auch, wenn der Ehemann von der Handelsreise wieder zurückkam und an dem Tor klopfte. In der Zeit, während der Schlüssel zweimal durch das Schlüsselloch heruntergelassen wurde, kam es schon mal vor, dass der Liebhaber der Frau durch das Hintertor heimlich rausschlüpfte…

Tipp: Ein originales Schlüsselloch finden Sie vor dem Eingangstor zum Weinhaus „Signor Vino“ in Meran.
Anna Götsch | 28.01.2020
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St. Johann Kirche

Pfarrkirche St. Johannes

Die Marmorkirche von Laas

Die Laaser Pfarrkirche St. Johannes wurde um 1200 auf dem Boden einer Vorgängerkirche aus karolingischer Zeit errichtet, wie ein marmornes Bandfragment aus jener Zeit bezeugt. 1499 wurde die romanische Kirche in den Wirren des grausamen Engadiner Krieges niedergebrannt, doch bereits wenige Jahre später als gotische Kirche wieder erbaut. Im Verlauf der Geschichte wurde St. Johannes mehrmals von Bränden beschädigt. So kamen die Grundmauern und Werkstücke der romanischen Apsis erst in den 1970er Jahren wieder zum Vorschein und wurden stilgerecht rekonstruiert.
An der Ostwand finden sich drei große Blendbögen, die an den Querschnitt einer romanischen Basilika erinnern. Rund um die Apsis sind meisterhaft ausgeführte Tierskulpturen zu sehen, darunter ein Löwe und ein Widder. Ein frühmittelalterliches Relief mit den drei Heiligen Märtyrern Sisinius, Alexander und Martyrius schmückt den Altartisch.
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