Brennend Liab oder einfach: Heimat

Brennend Liab oder einfach: Heimat

Warum findet man in Südtirol überall und vorwiegend die rote Geranie/Pelargonium an den Balkonkästen?

Sie wird zudem meist nicht als Geranie bezeichnet, sondern als “Brennend’ Liab” (Brennende Liebe). Und wie kommt es, dass der Großteil der “Südtiroler Italiener” deutsch spricht? Hier einige Antworten:

Die Geschichte Südtirols beginnt mit den Verträgen von Saint-Germain im Jahre 1919, in denen diese Region von den Siegermächten des 1. Weltkrieges dem Königreich Italien zugesprochen und damit zur nördlichsten Provinz Italiens wurde. Zuvor war die Region mit dem Tiroler Land (im heutigen Österreich) verbunden und Teil der Habsburger Kaisermonarchie Österreich-Ungarn.
Am 21. Oktober 1939 schlossen Hitler und Mussolini ein Abkommen zur Umsiedlung der deutschen und der ladinischen Minderheit in Südtirol. Den etwa 250.000 deutschsprachigen Südtirolern und Ladinern (80% der Wohnbevölkerung) wurde die Option für Deutschland nahe gelegt.

Wer in Italien verbleiben wollte, musste die Italienisierung mit Aufgabe von Kultur und Muttersprache in Kauf nehmen.
Die schwierige Wahl zwischen unfreiwilliger Auswanderung und „Dableiben“ wurde Gegenstand heftiger Diskussionen in den Gemeinden und quer durch viele Familien. Die ersten Familien verließen schon 1939 ihre Heimat und bis 1943 waren etwa 75.000 Südtiroler ausgewandert, vorwiegend mit geringem oder keinem Besitz. Nach Mussolinis Sturz erfolgte im September 1943 die deutsche Besetzung Südtirols und Norditaliens, was die Auswanderung beendete.
Nach 1945 kehrte ein Großteil der Reichs-Optanten wieder in ihre Heimat zurück. Da das Gebiet Südtirol auch nach dem 2. Weltkrieg beim italienischen Staat blieb, erhielten jene Optanten, die im Land geblieben waren, nach dem Gruber-De Gasperi-Abkommen wieder die italienische Staatsbürgerschaft.

Die Brennend Liab, welche bis heute viele Höfe und Häuser in Südtirol im Sommer schmückt, wurde ebenfalls zu Propagandazwecken verwendet. In Gedichtform sollte mit diesem Wahrzeichen der Bauern für die jeweilige Seite geworben werden.

Version der Dableiber:
Am Erker blühet wie immer
Die leuchtende “Brennende Lieb”
Die Treue zur Heimat war stärker,
Wie jauchzen wir, dass sie uns blieb.
O blühe und leuchte Du Blume -
Ein Zeichen der Treue Du bist!
Und künde, dass Glaube und Heimat
Das Höchste für uns ist.


Version der Optanten:
So reißet vom sonnigen Erker
Die letzte brennende Lieb;
Die Treue zu Deutschland war stärker,
Das heiligste, was uns blieb.
Wir nehmen sie mit im Herzen,
Für andere dereinst Symbol;
Sie stille des Heimweh Schmerzen:
Leb wohl, du mein Südtirol!
Karin Thaler | 10.07.2020
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Burg Taufers

Burg Taufers

Eine romanische Festung am Eingang ins Ahrntal

Weithin sichtbar thront die imposante Burg Taufers auf einer dem Talhang vorgelagerten Anhöhe über dem Tauferer Tal. Erbaut im frühen 13. Jh., markiert sie die Grenze zum Ahrntal. Von hier aus überwachten die Herren von Taufers den Zugang zum Tal und kontrollierten den Handel über den Alpenhauptkamm.

Die gesamte Burganlage zeugt bis heute von ihrer romanischen Bauzeit, besonders augenfällig sind das Mauerwerk mit seinen charakteristischen Mörtelfugenstrichen, die kunstvoll gestalteten Türeinfassungen sowie die zierlichen Fensterkapitelle der Bi- und Triforen am alten Palas. Die Wehranlagen und das Haupttor wurden im 15. und 16. Jh. hinzugebaut. Der „Breite Turm“ beherbergt sowohl
den Rittersaal als auch die Kapelle, im Stockwerk darüber befindet sich ein romanischer Kaminabzug, der darauf verweist, dass hier einst beheizbare Frauengemächer, die Kemenaten, untergebracht waren.
Heute zählt die Burg Taufers zu den bedeutendsten Wehr- und Wohnburgen Südtirols. Ihre beeindruckende Architektur und die erhaltene historische Atmosphäre ermöglichen es den Besuchern, in die Vergangenheit einzutauchen. Zu sehen sind unter anderem vollständig eingerichtete Räume und holzvertäfelte Kammern, das Fürstenzimmer und die Bibliothek. Die Kapelle mit ihren spätgotischen Fresken der Pacher-Schule, aber auch die alten Küchen und die Waffenkammer lassen das mittelalterliche Leben auf der Burg lebendig werden. Eine Seltenheit sind die Schülerporträts aus dem 16. Jh. und das sogenannte „Geisterzimmer“.
Seit 1977 befindet sich die Burg im Besitz des Südtiroler Burgeninstituts, das die historischen Gemäuer mit großer Sorgfalt restauriert hat. Für Kulturinteressierte und Familien ist dieses romanische Juwel ein einmaliges Erlebnis und zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert.
Geführte Besichtigungen 03.04. - 04.07.2026: 03.04.2026 - 04.07.2026
 
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