Tonis Töchter: Drei Schwestern. Drei Betriebe. Eine gemeinsame Geschichte.

Tonis Töchter: Drei Schwestern. Drei Betriebe. Eine gemeinsame Geschichte.

Drei Schwestern, drei Betriebe und eine gemeinsame Philosophie: Hinter „Tonis Töchter“ stehen Claudia, Ulli und Irene aus Vöran, die Gastfreundschaft, Landwirtschaft und Nachhaltigkeit auf ihre Fahnen geschrieben haben. Im Interview erzählen sie von ihrer Familie, ihren Werten, der Zusammenarbeit und davon, was einen Aufenthalt bei ihnen in Vöran so besonders macht.

1. „Tonis Töchter“ steht für euch drei als Schwestern, impliziert aber zugleich eine starke Prägung, tiefe Verwurzelung und enge Familienbande. Welche Werte habt ihr von euren Eltern mitbekommen und wie prägen sie euch bis heute – als Schwestern und als Gastgeberinnen?

Unsere Eltern haben uns vor allem Ehrlichkeit, Natürlichkeit und den Mut zur Innovation mitgegeben. Sie haben uns gezeigt, dass Gastfreundschaft bei den kleinen Dingen beginnt: mit ehrlicher Küche, harter Arbeit, Respekt vor der Natur und einem offenen Herzen für Menschen. Diese Werte begleiten uns bis heute. Als Schwestern vertrauen wir einander und unterstützen uns gegenseitig, als Gastgeberinnen möchten wir unseren Gästen genau dieses Gefühl von Echtheit und Herzlichkeit weitergeben.


2. Jede von euch führt ihren eigenen Betrieb und bringt ihre ganz persönliche Stärke ein. Was macht Claudia, Ulli und Irene jeweils aus und warum funktioniert ihr als Team so gut?

Jede von uns hat ihren eigenen Schwerpunkt. Claudia lebt ihre Leidenschaft fürs Kochen und verbindet im Gasthaus Waldbichl Tradition mit neuen Ideen. Ulli verkörpert das authentische Bauernhofleben und schafft am Beimsteinhof einen Ort, an dem Gäste Landwirtschaft hautnah erleben können. Irene führt den Mandlerhof mit viel Ruhe und Bodenständigkeit und unterstützt gleichzeitig auch im Waldbichl. Dass wir als Team so gut funktionieren, liegt daran, dass jede ihre eigenen Stärken einbringt, wir aber dieselben Werte teilen und immer an einem Strang ziehen.

3. Obwohl eure Betriebe unterschiedlich sind, spürt man sofort eine gemeinsame Handschrift. Was verbindet das Gasthaus Waldbichl, den Beimsteinhof und den Mandlerhof?

Uns verbindet unsere Herkunft und unsere gemeinsame Philosophie. Alle drei Betriebe stehen für ehrliche Gastfreundschaft, Regionalität, Nachhaltigkeit und die enge Verbindung zur Landwirtschaft. Jeder Hof hat seinen eigenen Charakter, doch überall begegnen Gäste derselben Herzlichkeit, hochwertigen regionalen Produkten und der Überzeugung, dass echter Urlaub dort entsteht, wo Menschen mit Leidenschaft Gastgeber sind.

4. Wenn ihr an eure Kindheit zurückdenkt: Gibt es einen Moment oder eine Erinnerung, bei der euch heute klar wird, dass euch der Weg in die Gastgeberrolle eigentlich schon damals vorgezeichnet war?

Wir sind praktisch im Gasthof und auf dem Bauernhof aufgewachsen. Schon als Kinder haben wir mit Begeisterung mitgeholfen – in der Küche, im Service, im Stall oder überall dort, wo gerade Unterstützung gebraucht wurde. Damals war das selbstverständlich. Heute wird uns bewusst, dass genau diese Erfahrungen unsere Leidenschaft fürs Gastgebersein geprägt haben. Wir haben von unseren Eltern gelernt, wie schön es ist, Menschen eine gute Zeit zu bereiten.


5. Gastfreundschaft bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Was bedeutet sie für euch persönlich und wann merkt ihr, dass sich eure Gäste wirklich wohlfühlen?

Gastfreundschaft bedeutet für uns, Menschen das Gefühl zu geben, angekommen zu sein. Wir möchten keine perfekte Inszenierung schaffen, sondern echte Begegnungen. Am schönsten ist es, wenn Gäste sich wie selbstverständlich Zeit nehmen, mit uns plaudern, unsere Tiere kennenlernen, unsere Produkte genießen und am Ende sagen: „Wir kommen wieder.“ Dann wissen wir, dass sie sich bei uns wirklich wohlgefühlt haben.

6. Mit "Tonis Töchter" entwickelt ihr gemeinsam neue Ideen und Erlebnisse für eure Gäste. Woher nehmt ihr eure Inspiration und wie entstehen solche Projekte?

Unsere besten Ideen entstehen oft im gemeinsamen Austausch. Weil wir drei unterschiedliche Betriebe führen, betrachten wir vieles aus verschiedenen Perspektiven. Inspiration finden wir in unserem Alltag, in Gesprächen mit Gästen und in der Natur, die uns umgibt. Daraus entwickeln wir gemeinsame Angebote, bei denen jede ihre Stärken einbringen kann – vom Kochkurs über Hofführungen bis hin zu besonderen Genuss- und Naturerlebnissen. 


7. Das Gasthaus Waldbichl trägt das Nachhaltigkeitslabel Südtirol. War das für euch ein konkretes Ziel oder vielmehr die Bestätigung eines Weges, den ihr schon lange geht?

Für uns war das Nachhaltigkeitslabel vor allem eine Bestätigung unseres bisherigen Weges. Nachhaltigkeit gehört seit Generationen zu unserem Alltag. Schon unsere Eltern haben auf regionale Produkte, kurze Wege und einen respektvollen Umgang mit Ressourcen gesetzt. Das Label macht sichtbar, was wir schon lange leben, und motiviert uns gleichzeitig, diesen Weg konsequent weiterzugehen.

8. Viele nachhaltige Maßnahmen bleiben für Gäste im Hintergrund. Welche Entscheidungen im Gasthaus Waldbichl machen aus eurer Sicht den größten Unterschied – auch wenn man sie auf den ersten Blick gar nicht sieht?

Viele unserer Entscheidungen wirken im Hintergrund: Wir arbeiten möglichst mit regionalen und saisonalen Produkten, nutzen Fleisch aus eigener Landwirtschaft, beziehen Lebensmittel aus der unmittelbaren Umgebung und entwickeln unser Angebot kontinuierlich weiter – etwa mit mehr vegetarischen Gerichten. Gleichzeitig investieren wir gemeinsam in nachhaltige Maßnahmen wie erneuerbare Energie oder hofeigene Produkte innerhalb unserer Betriebe. Genau diese vielen kleinen Entscheidungen machen in Summe den größten Unterschied.

9. Regionalität spielt in eurer Küche eine große Rolle. Wie gelingt es euch, gemeinsam mit den Höfen und Produzenten in der Umgebung Genuss und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden?

Regionalität bedeutet für uns Zusammenarbeit. Viele Produkte stammen direkt von unseren eigenen Höfen oder von Produzenten aus der Umgebung. Dadurch kennen wir die Menschen hinter den Lebensmitteln und wissen, wie sie entstehen. Kurze Transportwege, saisonale Zutaten und eine enge Partnerschaft mit regionalen Betrieben sorgen dafür, dass Qualität, Genuss und Nachhaltigkeit ganz selbstverständlich zusammengehören.

10. Wenn ihr einen Wunsch für die Zukunft frei hättet: Wie sollen sich eure Betriebe in den nächsten zehn Jahren entwickeln und welche Rolle soll Nachhaltigkeit dabei spielen?

Wir wünschen uns, dass unsere Betriebe ihren persönlichen Charakter bewahren und gleichzeitig behutsam weiterwachsen dürfen. Nachhaltigkeit soll dabei keine zusätzliche Aufgabe sein, sondern weiterhin die Grundlage unseres Handelns bilden – ökologisch, wirtschaftlich und menschlich. Unser Ziel ist es, auch in zehn Jahren Orte zu schaffen, an denen sich Gäste, Mitarbeitende und die nächste Generation gleichermaßen wohlfühlen und an denen unsere Werte spürbar bleiben.
Tourismusverein Hafling-Vöran-Meran 2000 | 14.07.2026
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