Die Zeitmessung der Bäume
Die Jahresringe der Lärche
Von Rätern, Römern und Schrummlärchen

Über Tausende von Jahren lagen zwei Lärchen versunken im Schrummsee. Als die unverwüstlichen Baumstämme 2018 geborgen wurden, stellte sich heraus, dass einer der beiden schon seit rund 3.000 Jahren im Wasser lag, als Ötzi geboren wurde.

„Larchiger“ wird einer genannt, den nichts so leicht umwirft. Das ist kein Zufall. Lärchen wurzeln tief und nichts reißt sie so leicht aus dem Boden. Daher werden Lärchen auch älter als alle anderen Nadelbäume. Gerade im hinteren Ultental finden sich gut erhaltene Exemplare von wahren Ur-Lärchen. Einige werden in Seen und Morasten gefunden, sie haben sie als Moorlärchen konserviert. Andere wurzeln noch fest im Boden und lassen sich von vorüberkommenden Wanderern bewundern. Wenn also im Ultental von einem urigen Tal die Rede ist, so meint man damit etwas ganz anderes als sonst; etwas, das wirklich noch in graue Vorzeiten zurückreicht.

Zwei dieser Urbäume wurden 2018 im Schrummsee auf 2.182 m Meereshöhe entdeckt. Der See ist leicht zu erreichen. Von St. Gertraud im Hinteren Ultental aus führt der Wanderweg zur Stübele Spitze am Schrummsee vorbei. Das Gebiet liegt am Rande des Nationalpark Stilfserjoch. Die besonderen Konditionen des Wassers und der Luftabschluss in diesem kleinen Bergsee hatten es ermöglicht, dass die Lärchenstämme sich so gut konservierten, dass ihr Alter am Institut für Geografie der Universität Innsbruck noch präzise geschätzt werden konnte. Die dendrochronologische Altersbestimmung kam zu einem erstaunlichen Ergebnis. Eine Lärche wurde über 600 Jahre alt und liegen schon seit Jahrtausenden im See.


Die Zeitmessung der Bäume
Die jüngere der beiden Lärchen reckte zum ersten Mal ihre Blätter in die Sonne, als die Römer unter dem späteren Kaiser Pertinax den Aufstand der Markomannen niederschlugen und zum ersten Mal eine feste Legion in Rätien stationierten. Im See versunken ist sie wohl kurz nach den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Ostrom und den Langobarden, denen auch die romanischen Einwohner im Etschtal zum Opfer fielen. Das war rund 600 Jahre später. 615 Jahresringe weist der ältere der beiden Bäume auf, der von 6.506 bis 5.892 v. Chr., am Ende der letzten Eiszeit gewachsen ist. Wie der Baum ins Wasser gelangte, ist ebenso dunkel wie das Wasser des langgestreckten Bergsees, der offenbar seit mindestens 8.000 Jahren wasserführend auf über 2.000 m Meereshöhe ruht. Erhellend aber die Erkenntnis, dass es zu früheren Zeiten hier, oberhalb der Baumgrenze, offenbar einen Waldbestand gab, während dieser ruhige Ort heute vor allem durch die einmalige Aussicht auf die Gipfel des Stilfserjoch Nationalparks besticht.
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