130 Jahre, das muss man sich mal vorstellen! So lange gibt es das Bauerngalopprennen – heute Haflinger Galopprennen – in Meran. Am 7. April 1896, ein Osterdienstag, galoppierten meine Verwandten das erste Mal um die Wette – damals noch mitten in der Stadt, auf der Wiese vor dem Grandhotel Meraner Hof. Was für ein Spektakel für die feinen Kurgäste! Weil’s so gut ankam, wurde das Rennen ab 1900 auf den Sport- und Rennplatz Meran Mais verlegt, ab 1935 dann auf den neuen Pferderennplatz. Und wir Haflinger waren immer dabei – mit sportlichem Ehrgeiz und ordentlich Pfeffer im Huf! Trainiert wurde ab der Fastenzeit. Am Mittwoch oder Donnerstag vor Ostern ritten die Bauern auf ihren Pferden nach Meran, wo sie einmal täglich auf der Rennbahn übten. Bei den Vorläufen zeigte sich dann, wer’s ins Finale schafft – nur die drei Schnellsten durften nochmal ran! Die Reiter trugen zu jener Zeit noch Tracht, nicht etwa Reitkluft und Schutz, und es gab weder Alters- noch Gewichtsvorgaben. Nach dem Rennen ging’s dann wieder über den steilen Bergpfad heim nach Hafling. Gelohnt hat sich die Mühe allemal: Das bezahlte Reisegeld war so viel wert wie ein Fohlen. Also so viel wie ich! Über all die Jahre ist das Rennen seiner Tradition treu geblieben. Rennsport trifft Folklore, das ist auch heute noch so. Und wer es bis zum Sieg schafft, für den geht ein pferdesportlicher Traum in Erfüllung. Auch daran hat sich nichts geändert.
Kurz & kompakt:
Der festliche Umzug durch die Innenstadt von Meran ist das Highlight des Haflinger Galopprennens in Meran, das alljährlich am Ostermontag die Rennsaison eröffnet. Zum 130-jährigen Jubiläum gibt es 2026 ein buntes Rahmenprogramm mit der Neuauflage des Sonderlaufs „Bauerngalopprennen anno dazumal“.