Videokonferenz: 1920 - Am Nullpunkt des Sinns

1920 sind die Gewissheiten verschwunden, Orientierungen haben sich aufgelöst. Alles war in dieser Welt in Bewegung geraten, "es rumort in der Tiefe, und der Boden schwankt leise", so Kurt Tucholsky im März 1920. Für Stefan Zweig war es eine Zeit des Aufbruchs, aber auch des Chaos und der Ekstase. Der deutsche Literaturwissenschaftler Wolfgang Martynkewicz hat diesem janusköpfigen Jahr ein fesselndes Buch gewidmet. 1920 erscheint als ein "Nebeneinander von Wirklichkeiten" (Robert Musil): Politische Morde waren an der Tagesordnung, Jazz und Shimmy wurden populär, im März kam es in Deutschland zum Kapp-Putsch, der legendäre Stummfilm "Das Cabinet des Dr. Caligari" erlebte in Berlin seine Uraufführung und Hitler hielt seine ersten Reden. Die 'Goldenen Zwanziger‘ waren noch fern, viel näher stand man den Erfahrungen des Krieges. 1920 fühlte man sich an einem Nullpunkt. In einer Videokonferenz erklärt Martynkewicz, dass in dieser Zeit insbesondere viele Intellektuelle einen neuen Anfang suchten: Ernst Jünger, Alfred Döblin, Bertolt Brecht und Sigmund Freud, der seine Psychoanalyse revidierte. Zu den Suchenden gehörte auch Franz Kafka, der in Meran kurte, seiner "kleinen Fremde", wie er an die umworbene Milena Jesenská schrieb.

Dozent: Wolfgang Martynkewicz. Moderation: Patrick Rina.

Info & Anmeldung: Tel. +39 0473 230219, info@urania-meran.it.

Für die Teilnahme benötigen Sie einen Computer oder Laptop mit Internet-, Video- und Audiozugang. Der Link wird Ihnen bei Anmeldung zugesandt!
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