Veranstaltungen Wetter Webcams
Ursprung der Waalwege
Die Geschichte und Tradition der Wege am Wasser
Ursprung der Waalwege
Ursprung der Waalwege
Der Vinschgau und der Meraner Raum sind sehr niederschlagsarm (durchschnittlich 500 mm/Jahr). Die intensive Sonneneinstrahlung trocknet die Landschaft am Sonnenberg aus. Aus diesem Grund haben die Bauern Kanäle gebaut, die sie für die Bewässerung ihrer Felder, Äcker und Wiesen nutzten.

Um das Jahr 1900 gab es in Südtirol rund 1000 Waale mit einer Gesamtlänge der Hauptstränge von über 1000 km.
Der Name Waal stammt vom keltischen „bual“, bzw. romanischen „aquale“.

Mit den Waalen verbinden sich manche dialektale Fachbegriffe, wie Rod (Stundeneinteilung der Bewässerung), Kandel (Kanal), Tschött (Wasserspeicher), Schweller (Vorrichtung zur Wasseraufteilung).

Die Waalwege an den Hängen des Burggrafenamtes und des Vinschgaus zählen heute zu den beliebtesten Wanderwegen.

Einst dienten diese Wege nur dem „Waaler“, der für die aufwändige Kontrolle und Instandhaltung des Waales zu sorgen hatte und auch die genau eingeteilten Bewässerungszeiten der Felder überwachen musste.
Das Funktionieren des Waales konnte er mittels einer Waalschelle kontrollieren. Dabei trieb ein kleines Wasserrad, an welchem ein Bolzen befestigt war, einen Hammer, der regelmäßig auf die Kuhschelle oder ein Wasserblech schlug. Der gleichmäßige Klang der Waalschelle signalisierte dem Waaler, dass das „Wasserwossr“ regelmäßig floss. Das Waalwasser wird am Talfluss oder Gebirgsbach eingeleitet, durchläuft den Haupt- und Tragwaal, fließt durch ein dicht verzweigtes Netz von Waalen, bis es zur genau festgelegten Zeit zum Feld gelangt, das von einem auch zeitlich festgelegenen Wasserrecht ausgestattet ist.
Ein Feld am Sonnenberg ohne Wasserrecht hat nur sehr beschränkten Wert.

Wasserdiebstahl oder Verschmutzung des Waales wurden in alter Zeit schwer bestraft. Sie waren auch oft Gegenstand heftiger Streitereien zwischen Dorfgemeinschaften.
Ein solcher Wasserstreit entbrannte nach Aussage alter Dorfbücher im Jahre 1431 zwischen den Bauern von Rabland und Partschins um das Wasser des Zielbaches.
Erst 1584 konnte der Streit beigelegt werden, brach aber 1656-1657 wieder aus, bis es endlich zu einer einvernehmlichen Regelung kam.

Manche Waale trieben zusätzlich Mühlen, Sägewerke und Butterkübel.
Die "Waaler" in Partschins und Rabland