Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Kotzenmusig und Brautstehln
Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Hochzeits- und Liebesbräuche in Partschins
Die Hochzeit zählt zu den bedeutendsten Ereignissen im Leben zweier Menschen. Hochzeiten sind voll von alten Traditionen und Bräuchen, die auch heute noch sehr beliebt sind.
Auch in Südtirol gibt es viele beliebte Liebes- und Hochzeitsbräuche, die bis heute für besondere, romantische, manchmal auch skurrile Momente sorgen.

Warum man früher nicht an einem Sonntag heiraten sollte, oder warum die Braut am Hochzeitstag sehr früh geweckt wird - diese und noch weitere traditionelle Südtiroler Hochzeitsbräuche finden Sie hier.
„Er liebt mich, er liebt mich nicht. Er liebt mich, er liebt mich nicht.“ Eines nach den anderen Blütenblättern wird abgezupft.
Das letzte Blättchen entscheidet über die Antwort. Seit Jahrhunderten befragen junge Mädchen das Margeriten-Orakel. Sie zupfen nacheinander die weißen Blätter ab, bis das letzte fällt und vorhersagt, wie es um die Zuneigung des Angebeteten steht. Wenn das Ergebnis nicht ganz den Wünschen entspricht, dann hat sich die Zupferin bestimmt vertan und es wird eine neue Margerite als Blumenorakel auserwählt. Eine Variante vom Margeriten-Orakel ist übrigens folgender Spruch: "Er liebt mich - von Herzen - mit Schmerzen - über alle Maßen - kann nicht von mir lassen - klein wenig - gar nicht.”

In Südtirol zupfen die Mädchen auch das innere, gelbe Blütenkörbchen der Margerite ab. Die Blüten legen sie in ihre offene Handfläche und werfen sie in die Luft. Die kleinen Blüten müssen dann auf dem Handrücken landen. Je nachdem, wie viele auf dem Handrücken liegen, sagt das Orakel vorher, wie viele Kinder das Mädchen mit dem Angebeteten bekommen wird, oder wie viele Jahre sie verheiratet sein werden.

Übrigens stehen Margeriten für Glück und Natürlichkeit. Zwischen Liebenden bedeuten sie jedoch: „Liebst du mich noch?“ Daher sollte man keine einzelnen Margeriten als Liebesgeschenk pflücken. In einem weißen Strauß hingegen signalisieren sie Treue und Unschuld, wie alle weißen Blumen. Sehr schön ist auch die Bedeutung des Namens: der Name „Margeriten“ kommt aus dem Französischen und lässt sich mit „Perle“ übersetzen. Dieses Spiel stammt ursprünglich aus Frankreich und heißt Euffeuiller la Marguerite!
Wann ist der beste Tag, um zu heiraten?
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts wurde vor allem in den Wintermonaten und in der Fasnachtszeit geheiratet, meist an einem Montag, Dienstag oder Donnerstag.
In der Fasten- und Adventszeit war es nicht möglich zu heiraten. Auch wurde der Sonntag als Heiratstermin von den Geistlichen früher ungern gesehen. Das „unheilige“ Feiern und Tanzen bis nach Mitternacht war mit einem Sonntag nämlich nicht zu vereinbaren.

Für die kirchliche Trauung gingen Paare früher „in den Wiedn“ (= Widum / Pfarrhaus) zum „Brautexamen“, heute besuchen sie zuvor einen Ehevorbereitungskurs. Geheiratet wird in der Heimatkirche der Braut. An den drei der Hochzeit vorangehenden Sonntagen werden die Namen der Brautleute an der Gemeinde angeschlagen. Ab diesem Zeitpunkt befinden sie sich im „Brautstand“.
Ab der Woche, in der das Brautpaar an der Gemeinde angeschlagen wird, wird’s in Partschins Zeit für die „Kotzenmusig“ (Katzenmusik/Lärmmusik).
Am Abend, ca. zwei Wochen vor der Hochzeit, stehen Freunde und Bekannte mit „Instrumenten“, wie Pfannen, Töpfe, Deckel und vor dem Haus des Brautpaars und machen richtig Lärm. Einer in der Runde schwingt die typische Fahne für diese Tradition, die berühmte "Kotzenmusifuhn", auf der eine schwarze Katze dargestellt wird! Das Brautpaar belohnt die „talentierten Musikanten“ anschließend mit einem Umtrunk.

In der Nacht vor der Hochzeit steht dann das „Brautweck’n“ (Braut aufwecken) an. Meist zwischen vier oder fünf Uhr in der Früh wird die Braut (in manchen Orten auch der Bräutigam) mit ordentlichem Krach aus dem Bett geholt. Danach wird mit Speis und Trank auf das Paar angestoßen und vorgefeiert.
Früher glaubten die Menschen, dass das Brautpaar vor der Hochzeit von bösen Geistern begleitet wird. Da die Geister besonders in der Nacht ein leichtes Spiel haben, wurde die Braut noch vor Sonnenaufgang geweckt. Lärm sollte die bösen Geister von der Braut lösen, damit sie befreit zum Altar schreiten kann.
Je nach Vorliebe des Brautpaares wird in der Südtiroler Tracht oder in Weiß geheiratet, denn ein weißes Brautkleid symbolisiert die Reinheit.
Der Bräutigam darf das Kleid vor der Hochzeit aber nicht sehen, denn das soll Unglück bringen. Vor der kirchlichen Trauung erteilt der Brautvater seiner Tochter den „Brautsegn“ und begleitet sie zum Altar.
Am Hochzeitstag fährt der Brautführer die Braut zur Hochzeit und begleitet sie in die Kirche. Auch der Bräutigam soll an diesem Tag nicht selbst hinter dem Steuer sitzen, um nicht in sein Unglück zu fahren.
Nach der Trauung begrüßen Kinder das frischvermählte Ehepaar vor der Kirche mit einem Gedicht. Dann machen sich alle Hochzeitsgäste samt Brautpaar auf dem Weg in das Gasthaus, wo die Hochzeitsfeier stattfindet. Auf dem Weg dorthin halten meist Freunde und Kollegen des Paares den Zug mit „Absperrungen“ ("Osperrn") auf. Es werden humorvolle Szenen oder Gedichte mit früheren Untugenden des Brautpaars aufgeführt. Nicht selten warten kleine „Prüfungen“ auf das Ehepaar, die sie gemeinsam meistern müssen. Erst dann darf der Hochzeitszug weiterfahren.
Ebenso ein sehr beliebter Brauch in Südtirol ist das Brautstehlen. Während des Hochzeitsmahls behält die Braut ihren Strauß stets im Auge. Denn wenn es jemandem gelingt diesen zu entwenden, dann hat er auch die Braut „gestohlen“.
Beim Brautstehlen wird die Braut samt Brautstrauß von den Freunden des Paares „entführt“ und in eine Bar oder Gasthaus in der näheren Umgebung gebracht. Sobald der Bräutigam bemerkt, dass seine Frau „entführt“ wurde, begibt er sich mit dem Brautführer auf die Suche nach ihr. Wenn er sie findet, muss er alle offenen Rechnungen bezahlen und seine Frau symbolisch freikaufen.

Wussten Sie, dass der Brautstrauß früher an das Grab des verstorbenen Elternteils oder der verstorbenen Eltern gebracht wurde?
Heute wirft ihn die Braut hinter sich in die versammelte Menge der noch unverheirateten Frauen. Der Volksglaube besagt, dass diejenige als Nächste heiraten wird, die ihn fängt.
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