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Der Erfinder der Schreibmaschine Peter Mitterhofer
Tausendsassa und verkanntes Genie
Der Erfinder der Schreibmaschine Peter Mitterhofer
Der Erfinder der Schreibmaschine Peter Mitterhofer
Der Erfinder der Schreibmaschine Peter Mitterhofer
Peter Mitterhofer wurde am 20 September 1822 als erstes von den Kindern des Tischlermeisters Peter Mitterhofer und der Anna Gschwenter geboren. Sein Geburtshaus war das am rechten Etschufer in Töll gelegene, im Jahre 1896 abgebrochene Sagschneiderhaus, das der Vater mit der Brettersäge und der Gemeinde Partschins in Pacht hatte. An der Stelle des Geburtshauses führt jetzt ein Kanal den Turbinen des Elektrizitätswerkes der Städte Bozen und Meran das Etschwasser zu. Nach erfolgreichem Abschluss der Dorfschule erlernte Peter bei seinem Vater das Tischler-und später das Zimmermannshandwerk, wobei seine große Geschicklichkeit und Erfindungsgabe schon frühzeitig zutage trat.
Da er sehr musikalisch war, ihm jedoch die Mittel zum Instrumentenkauf fehlten, baute er sich die landesüblichen Musikinstrumente selbst. Außer Gitarre und „Raffele“, jene dreisaitige alpenländische Urform der Zither, fertigte er ein sonderliches Musikinstrument an, das sogenannte „Hölzerne Glachter“ das „lachende Töne“ erzeugte und ihm den Übernamen „Peter mit dem hölzernen Glachter“ eintrug. Es soll ein leicht tragbares Klavier mit Tasten gewesen sein, dessen Hämmer auf abgestimmte Holzplättchen schlugen, also eine Art Xylophon. Es wird vermutet, dass ihm dieses Instrument zur Konstruktion der Schreibmaschine angeregt hat.
Nach mehrjähriger Mitarbeit im elterlichen Pachtbetrieb schnürt der 26-jährige Peter eines Tages seinen Ranzen, nahm seine Instrumente mit und ging, wie dies die strenge Berufssitte forderte, auf die Wanderschaft. Er wollte nicht nur Land und Leute des großen Heimatreiches Österreich - Ungarn, sondern auch fachliche Arbeit kennenlernen. Auf seiner weiten Reise, die er meist zu Fuß zurücklegte, kam er zuerst nach Wien, dann nach Deutschland, Frankreich und in die Schweiz. Sogar den Balkan gelangte er, von wo er recht abenteuerliche Geschichten zum Besten geben konnte.

Die Wanderschaft förderte Peters zweites Talent: er dichtete lustige Verse, hierzulande „Schnadehupferl“ genannt, sang und begleitete sie auf seinen Instrumenten, wobei ihn eine gute Singstimme auszeichnete. Nach drei Jahren rastloser Wanderzeit kehrte der Walzbruder in sein Heimatdorf zurück. Es ist begreiflich, dass der Vielgereiste nunmehr andere Ansichten vertrat, die den Daheimgebliebenen fremd und unverständlich waren. So überwarf sich der weltbereiste „Teisen-Peter“, wie er im Volksmund nach seiner Wohnung im Teisenkramerhaus in seiner Junggesellenzeit hieß, bald mit dem Ortspfarrer Johann Garmesegger. Als Peter Mitterhofer im Jahre 1862 als schon älterer Junggeselle in den Ehestand trat, brauche er zur Erlangung der gemeindeamtlichen Ehebewilligung vom Pfarrer ein Leumundszeugnis, das allerdings nicht gut ausfiel. Die Folge war eine lebhafte Auseinandersetzung mit dem strengen Pfarrherrn.
Auch mit dem Ortspolizisten stand Peter in keinem guten Einvernehmen. Die häufigen Abendunterhaltungen, die der Tausendsassa in den Gasthäusern des Dorfes veranstaltete, waren der Ortspolizei ein Dorn im Auge. Auch bei seinen Dorfgenossen galt Peter Mitterhofer als Sonderling oder gar als Narr. Dies auch darum, weil er neben seinem ehrsamen bürgerlichen Handwerk ihnen zwecklos erscheinende Basteleien betrieb und überdies in den Gasthäusern als Musikant, Sänger und Bauchredner auftrat.
Nach eingeholter Ehebewilligung 1862 der Gemeinde Partschins heiratete Peter Mitterhofer die bereits 46-jährige Marie Steidl, die 1892 nach schwerer Krankheit verstarb. Seine Ehefrau besaß das „Zimmerhaus im Obergarten“ am Nordwestende des Dorfes mit einer kleinen Landwirtschaft. Dies war die Heimat Peter Mitterhofers, in der er 31 Jahre bis zu seinem Tode zubrachte und rastlos arbeitete.

In die Zeit bald nach seiner Verehelichung fällt die Erfindung der Schreibmaschine. Mehrere Jahre hindurch entwickelte er auf diesem Gebiet seine geniale Handwerkskunst. Peter Mitterhofer konstruierte ohne jegliche technische Mithilfe, mit einfachstem Werkzeug, in der Zeit von 1864 bis 1869 fünf Schreibmaschinenmodelle, und zwar zwei in Holz mit Steckschriftbuchstaben und drei Modelle in Metallausführung für Typendruck.
Mit dem dritten (1866) und dem fünften Modell (1869) ging der Erfinder zu Fuß nach Wien und wandte sich an den Kaiser Franz Joseph I. um Unterstützung. Dieser befürwortete aufgrund eines Gutachtens seiner Sachverständigen eine Subvention von 350 Gulden und die Aufnahme des 5. Modelles in die Sammlung des Polytechnischen Institutes.
Es war für Mitterhofer tragisch, dass die prominenten Gutachter am Polytechnikum nicht den wahren Wert seiner großartigen Erfindung erkannten. Entmutigt und resigniert zog er sich in sein Heimatdorf zurück, wo er eines einsamen Todes starb.

Er geriet vollständig in Vergessenheit, und erst die zufällige Auffindung seiner Schreibapparate rückte ihn wieder ins Licht der Öffentlichkeit und weckte das Interesse für das verkannte Genie.

Neben den Arbeiten an den Schreibmaschinen tüftelte der kreative Erfinder gerne an neuen Geräten und erfand eine Schubkarre, die sich in eine Rückentrage umformen ließ, sowie eine Waschmaschine und viele verschiedene Arbeitsgeräte.