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Alter Keller oder doch feuchte Pappe?
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Alter Keller oder doch feuchte Pappe?

Degustations-Knigge: Mit diesen Tipps machen Sie auch als Neuling eine gute Figur bei der Weinprobe in Südtirol.

Sie haben bestimmt schon einmal das eine oder andere Glas Wein getrunken. Aber haben Sie auch schon einmal an einer Weinverkostung teilgenommen? Nein? Dann wird es höchste Zeit. Südtirol ist schließlich bekannt für seine Qualitätsweine, die in die ganze Welt exportiert werden. Und auch Weinverkostungen werden hierzulande zuhauf angeboten, wie beispielsweise in der Kellerei Nals Margreid, die genau zwischen Meran und Bozen liegt. Von April bis Oktober gibt es hier jeweils am Mittwoch um 16.00 Uhr eine Kellereibesichtigung mit anschließender Weinverkostung. Besonders ist neben den Weinen auch die Architektur.

Der Barrique-Keller ist hier oberirdisch, was an sich schon ungewöhnlich ist. Zudem wirkt er wie eine überdimensionale Weinkiste und ist sowohl innen als auch außen in Eichenholz verkleidet. Im Zuge des Neubaus 2011 wurde der alte Gewölbekeller mit Kopfsteinpflastern, hölzernem Gebälk und Säulen aus dem Jahre 1760 komplett restauriert. Ein Vorhaben, das sich ausgezahlt hat. Bei der Architekturbiennale in Venedig zeichnete eine Fach-Jury die Kellerei Nals Margreid für ihren Umbau und die Erweiterung der Kellerei aus.

Die Kellerei Nals Margreid überzeugt aber nicht nur mit architektonischen Highlights, sondern punktet auch mit einem Sortiment an preisgekrönten Weinen. Wenn Gambero Rosso, Robert Parker, Wine Spectator oder Decanter & Co. die besten Weine küren, sind die Weine der Kellerei stets dabei.

Um bei Ihrer ersten Weinverkostung nicht als Laie entlarvt zu werden, präsentieren wir Ihnen nun den kleinen Wein-Knigge:
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Riechen, Schwenken, Ausspucken
Es fängt alles bei der Wahl des richtigen Deodorants an. Ja, richtig gelesen. Tragen Sie bitte nur ein dezentes Deo und um Gottes Willen kein Parfum. Die anderen Teilnehmer und Sie selbst wollen schließlich die Aromen des Weins riechen und nicht die blumigen Noten Ihres Nachbarn.

Nicht so eilig! Vor dem Trinken wird die Farbe des Rebensaftes beurteilt. Denn sie gibt erste Anzeichen über Alter und Geschmack des Weines. Grob gesagt gilt beim Weißwein: je grünlicher (man sagt auch strohgelb) desto jünger.
Ein junger Rotwein hat einen blassrosa bis purpurroten Rand. Ein älterer Rotwein hingegen einen bräunlichen. Leichtere Rotweine haben meist eine weniger kräftige Farbe als ein intensiver Wein. Bei Roséweinen gilt: junge Weine sind erdbeerfarben, gereifte lachsfarben.

Nach dem Beurteilen der Farbe geht es um den Geruch. Dazu wird das Glas geschwenkt, damit sich die Aromen besser entfalten können. Vorsicht: Schaumweine werden nicht geschwenkt, dann dadurch geht die Perlage (kleine Bläschen) verloren.
Der Duft eines Weins entsteht aus dem Zusammenspiel einzelner Aromen. Diesen Gesamtgeruch nennt man Bouquet, Nase oder Blume (falls Sie mit Fachbegriffen angeben wollen). Insgesamt gibt es rund 500 Aromastoffe im Wein (aber natürlich nicht in jedem). Was Sie bei einem Wein herausriechen, ist individuell. Weine können fruchtig, blumig, holzig oder balsamig riechen. Nach Vanille, Toast, Hefe, Butter, Eichenholz oder Gewürzen. Nach Marmelade, Herbstlaub oder sogar Stallgeruch. Jaja!
Riecht der Wein nach altem Keller oder feuchter Pappe, dann hat er den sogenannten Korkschmecker, ein schlechtes Zeichen.
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Mit diesen Tipps machen Sie auch als Neuling eine gute Figur bei der Weinprobe in Südtirol.

Um die wichtigste Frage gleich zu beantworten: Nein, natürlich müssen Sie den probierten Wein nicht wieder ausspucken. Sollten Sie aber. Denn so behalten Sie einen klaren Kopf und der Geschmackssinn wird weniger beeinträchtigt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn mehrere Weine probiert werden. Tipp: Zwischendurch immer wieder ein Stückchen Brot (in Südtirol natürlich Schüttelbrot) essen, um den Geschmack im Mund zu neutralisieren.

Stellen Sie sich bei der Verkostung folgende Fragen und prägen Sie sich einige dieser Begriffe ein. Damit können Sie bei Ihren Kollegen punkten:

  • An was erinnert Sie der Wein? Ist er leicht oder schwer? Kräftig oder sanft? Fruchtig oder herb?
  • Hat er eine dominante Säure oder spürbare Gerbstoffe? In der Weinsprache nennt man diese Gerbstoffe Tannine und man erkennt sie an einem pelzigen Geschmack, den der Wein auf der Zunge hinterlässt.
  • Bleibt er noch lange im Mund- und Rachenbereich? In der Weinsprache wird das als Abgang bezeichnet. Fruchtnoten oder Gewürzaromen bleiben bei einem guten Wein noch eine ganze Weile erhalten. Ideal ist ein markanter, langsam ausklingender Abgang.
  • Ist die Ausgewogenheit zwischen Süße, Säure, Tanninen und Alkohol gut? In der Weinsprache: hat der Wein eine gute Balance? Dabei gilt: Je ausgewogener desto besser.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihrer ersten Weinverkostung in Südtirol und sagen „Prost“!

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