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Zwischen Glockenschlag und Grüß Gott!
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Zwischen Glockenschlag und Grüß Gott!

Der Marlinger Waalweg ist der längste Südtirols. Ein beliebter Spazierweg für die ganze Familie. Aber Achtung: Grüßen nicht vergessen.

Hier irgendwo auf diesem Weg stand er und lauschte. Und atmete erst dann erleichtert auf, wenn er die Glocke schlagen hörte. Dann wusste er, es war alles in Ordnung.

Er, der Waaler. Doch was ist das? Ein Waaler ist dafür zuständig, den Waal am Waalweg zu pflegen. Ein Waal ist ein Bewässerungsgraben und die schmalen Wege dort entlang werden Waalwege genannt.

Waalwege gibt es schon seit dem 12. Jahrhundert. Sie sind in Südtirol eine Besonderheit, denn man findet sie nur rund um Meran und im Vinschgau. Die Waale sind ein kluges Bewässerungssystem, denn sie leiten das Wasser aus den Bergen in die trockenen Gebiete und dienen damit der Bewässerung der Felder.

Heute sind die Waalwege vor allem äußerst beliebte Spazierwege, da sie nur wenig Höhenunterschied haben und eine wunderbare Sicht auf die umliegenden Dörfer und Berge bieten. Sie liegen in mittlerer Höhe und man kann fast das ganze Jahr dort spazieren gehen. Von April bis November wird noch immer Wasser befördert, nur in den kalten Monaten bleibt der Waal leer. Ein Ausflug auf den Marlinger Waalweg lohnt sich vor allem im Frühling, wenn die Kirschbäume und Apfelbäume pastellfarben blühen, oder im Herbst, wenn die Wälder und Weinberge goldgelb leuchten. Die gesamte Strecke dauert rund drei Stunden.

Doch zurück zum Waaler: Nach einem Unwetter befreit dieser den Waal von Geäst und Steinen. Er sorgt dafür, dass alle Schleusen offen sind, damit es zu keinen Überschwemmungen kommt. Noch heute gibt es am Marlinger Waalweg die historische Waalerschelle, ein Wasserrad mit einem Hammer, das fortlaufend gegen eine Glocke schlägt. Und noch heute gibt es hier einen Waaler, der regelmäßig nach dem Rechten sieht.
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Mit 12 Kilometern Länge ist der Marlinger Waalweg der längste in Südtirol. Er verläuft von der Töll, wo das Wasser von der Etsch abgeleitet wird, bis zum Raffeingraben in Lana. Es geht fast eben am Bewässerungskanal entlang, vorbei an Kastanien-Hainen, Obstgärten und Weinbergen. Immer mit dabei: faszinierende Fernblicke auf die Dörfer und Berge rund um Meran. Ein beliebter Wanderweg für Familien mit Kindern oder mit dem Vierbeiner. Der Marlinger Waalweg, der zwischen 1737 und 1756 errichtet wurde, führt anfangs über Brücken an imposanten Felsbrocken entlang, und bereits hier gibt es die ersten Fotomotive: aus den trockenen Fugen der sonnengeküssten Felsen sprießen im Frühjahr bereits zarte Mauerblümchen. Weiter geht es durch Obstwiesen vorbei an alten Bauernhöfen. Besonders sehenswert: das Schloss Lebenberg oberhalb von Tscherms aus dem 13. Jahrhundert.

Unterwegs gibt es übrigens auch ein Klo. Ein beliebtes Fotomotiv, da das stille Örtchen nicht etwa einem Dixie Klo gleicht, sondern von Marlinger Handwerkern mit Malereien gestaltet wurde.

Da der Marlinger Waalweg bei Gästen und bei Einheimischen gleichermaßen beliebt ist, trifft man unterwegs immer wieder auf gleichgesinnte Wandersleute. Da ist Grüßen angesagt! Und weil das in Südtirol dazugehört wie der Speck und das Schüttelbrot zur Marende, nennt man den Marlinger Waalweg auch den "Grüß Gott Weg“. Man sagt sich eben „Grüß Gott“ unterwegs. Oder „Hoi“, „Hoila“ und „Griaßdi“.
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