Romedius Pilgerweg im Passeiertal

"Es ist schön auf dem Weg zu sein. Besonders dann, wenn man einen Pfad wandert, der aus dem Alltag herausführt, hin zu einem Heiligtum."

Der Romedius-Pilgerweg von Thaur in Tirol (Österreich) nach San Romedio im Trentino ist ein eindrucksvolles Natur- und Spiritualerlebnis: Auf rund 192 km und 9.600 Höhenmetern führt die Route vorbei an bedeutenden Wallfahrtsstätten, Bildstöcken, idyllischen Almen und majestätischen Passübergängen.

Insgesamt umfasst der Fernwanderweg 12 Etappen, wovon zwei direkt durch das Passeiertal verlaufen. Nachfolgend findest du die detaillierte Beschreibung der Etappen 7 und 8 durch das Passeiertal.

Einkehrmöglichkeiten: Schneeberghütte, Rabenstein, Moos, Innerhütt, Pfelders, Faltschnal Alm, Oberkaser, Bockerhütte

Link Homepage: https://www.romedius-pilgerweg.at/

Wegbeschreibung

Etappe 7: St. Martin am Schneeberg (Schneeberghütte) – Pfelders

Ohne Busfahrt: 20,9 km – 816 m Aufstieg - 1.544 m Abstieg

Mit Busfahrt (Schneebergbrücke – Moos): 13,1 km – 708 m Aufstieg – 803m Abstieg

Von der Schneeberghütte (2.355 m) folgst du dem Weg Nr. 31 Richtung Schneebergbrücke. Entlang der alten Gleise führt dich der Pfad in steilen Serpentinen zu einem größeren Gebäude. Ab hier wanderst du auf einem breiten Weg weiter hinab zur Schneebergbrücke (1.670 m). Bei der Bushaltestelle folgst du der Straße wenige Meter nach rechts und zweigst weiterhin auf dem Weg Nr. 31 auf eine Hofzufahrt ab. Vorbei am Hof geht es zunächst auf einem Traktorweg am Wiesenrand entlang und anschließend auf einem steilen Waldweg hinab zum Talboden.

Dort überquerst du die Passer über zwei Brücken, ehe du über Wiesen wieder steil hinauf ins kleine Dorf Rabenstein (1.419 m) steigst. Ab Rabenstein folgst du dem Europäischen Fernwanderweg E5 Richtung Moos: Du gehst an der Straße talauswärts, zweigst bald rechts ab und wanderst auf der rechten Seite der Passer weiter. Schließlich überquerst du den Bach, folgst kurz der Straße und biegst rechts auf einen breiten Weg ab, der dich nach Moos in Passeier (1.007 m) bringt.

In Moos folgst du dem Weg Nr. 8 Richtung Kirche und entlang der Straße hinunter zur Brücke. Du überquerst die Straße und biegst rechts auf den Weg oberhalb der Straße ein. Dieser führt dich abwechselnd steil und flacher über Wiesen sowie vorbei an zahlreichen Höfen über den Weiler Pill bis nach Innerhütt (1.422 m).

An der Pfelderer Straße in Innerhütt angelangt, wechselst du schließlich auf den Meraner Höhenweg Nr. 24 Richtung Pfelders. Entlang der Naturrodelbahn, vorbei am Klettergarten Bergkristall und stets am Bach entlang gelangst du schließlich ins urige Bergdorf Pfelders (1.630 m).

Variante: Wenn du die Etappe abkürzen möchtest, kannst du den Abschnitt von der Schneebergbrücke bis nach Moos (oder alternativ von Rabenstein bis Moos) bequem mit dem Bus überspringen.


Etappe 8: Pfelders – Spronser Seen – Bockerhütte

12,4 km – 971 m Aufstieg, 899 m Abstieg

Du startest deine Etappe in Pfelders (1.630 m) und folgst dem Fahrweges Nr. 6 Richtung Spronserjoch. Hinter den letzten Häusern des Dorfes biegst du links und gleich danach rechts ab und folgst weiterhin dem Weg Nr. 6 durch den Wald. Der Pfad führt dich, einmal eine Forststraße querend, hinauf zur schön gelegenen Faltschnal Alm (1.871 m).

Hier folgst du dem breiten Fahrweg (immer noch Nr. 6) hinein ins Faltschnaltal. Stets am Bach entlang geht es recht gemütlich taleinwärts. Auf einem schmaleren Bergweg wanderst du schließlich nur leicht steiler über Bergwiesen bis kurz vor den Talschluss. Du überquerst den Bach und steigst über mehrere Kehren steil hinauf zum Faltschnaljoch (2.417 m), wo dich ein fantastischer Rundblick auf die Texelgruppe erwartet.

Vom Joch führt dich der Weg über steinigeres Gelände in südlicher Richtung quer am Hang entlang weiter bis zum Spronserjoch (2.584 m). (Hinweis: In diesem Bereich ist im Frühsommer häufig noch mit Altschneefeldern zu rechnen).

Vom Joch steigst du nun ab und folgst weiterhin dem Weg Nr. 6. Entlang einer der höchstgelegenen Seenplatten Europas (nicht alle Seen sind vom Weg aus sichtbar) geht es über schöne Grashänge steil bergab bis zur Schutzhütte Oberkaser Alm (2.131 m).

Wenige Meter nach der Schutzhütte biegst du links auf den Weg Nr. 6 ab und steigst über viele Serpentinen steil zur Bockerhütte (1.700 m) ab.

Empfohlene Ausrüstung

Trage feste Wanderschuhe, wettergerechte Kleidung und nimm ausreichend Wasser und Verpflegung mit.

Tipp des Autors

Der historische Übergang über das Faltschnaljoch und Spronserjoch wurde schon in der Steinzeit (um 5.000 v. Chr.) genutzt. Später diente er den Grafen von Schloss Tirol als Jagdgebiet und den Passeirern jahrhundertelang als „Totenweg“, um ihre Verstorbenen zur Beerdigung nach St. Peter bei Dorf Tirol zu tragen. Auch Jäger, Hirten und Schmuggler schätzten den versteckten Pass seit jeher.

Die Volksüberlieferung behauptet, dass Pfelders vom Etschtal her besiedelt worden sei.

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