Der Glaubensweg am Vigiljoch verbindet Natur, Ruhe und Besinnung auf besondere Weise. Entlang des Weges laden sechs Stationen dazu ein, innezuhalten und sich mit Themen des Glaubens und des Lebens auseinanderzusetzen. Die leichte Wanderung führt durch idyllische Wälder und Wiesen rund um das autofreie Vigiljoch und eignet sich für Familien, Genießer und Ruhesuchende gleichermaßen. Entlang der Strecke eröffnen sich immer wieder schöne Ausblicke auf das Etschtal und die umliegende Bergwelt.
- Station Offenheit
Schau in die Ferne, beobachtete das Nahe, betrachte durch das Fenster der Natur die Größe und Liebe Gottes!
Die Terrasse ist wie der Eintritt in ein Landschaftsbild. Der Blick öffnet sich in die Weite. Erst das Schauen durch das Fernrohr grenzt den Fokus ein, macht ein Detail besser sichtbar. Glaube ist Offenheit für eine andere, tiefere, größere Wirklichkeit. Mögen wir das Nahe, Wertvolle im Kleinen, Unscheinbare nicht aus den Augen verlieren und darin eine Spur der Liebe Gottes sehen.
- Station Freiheit
Die Freiheit ist wie die Luft und die Sonne; man muss sie verloren haben, um zu wissen, dass man ohne sie nicht leben kann.
Giacomo Matteotti
Zwei „Liegen“ laden ein, an diesem freien Platz im Wald zu verweilen und im Blick nach oben dem Gefühl der Freiheit nachzuspüren. Freiheit impliziert Individualität. Wer sie definiert, grenzt ein. Wie ein Vogel dürfen wir hier unsere Gedanken und Gefühle auf die Reise schicken… Christlicher Glaube ist ein Glaube an den Gott der Befreiung. Die Kraft des Glaubens vermag uns innere Freiheit zu schenken.
- Station Entscheidung
Geh den Weg, der für dich bestimmt ist und hinterlasse Spuren!
Denken und Tun ist geprägt von Entscheidungen, täglich. Sie machen die Schritte zu einem ganz persönlichen Weg. Manchmal ähneln die Spuren einem Fragezeichen, manchmal einem Rufezeichen. Halte inne, verweile, schöpfe Kraft und spüre den Moment, wann es Zeit ist, weiterzugehen. Sind die Schritte sicher und entschlossen oder zaghaft und zart, der Glaube schenkt die Zusage Gottes: Ich bin da!
- Station Leben
Das Leben ist eine Chance, nütze sie.
Das Leben ist ein Traum, mach daraus Wirklichkeit.
Das Leben ist eine Pflicht, erfülle sie.
Das Leben ist kostbar, gehe sorgfältig damit um.
Das Leben ist Reichtum, bewahre ihn.
Mutter Theresa
Alles Leben ist Bewegung. Sinnbildlich dafür wird das Wasser des Sees zu einer sprudelnden Quelle, wenn wir es ankurbeln. Leben braucht immer Energie. Es liegt in unserer Verantwortung, unser Sein vielfältig zu gestalten, beweglich zu bleiben und Festgefahrenes immer wieder neu aufzubrechen. Der Glaube verwandelt unsere Versuche in erfülltes Leben, macht alles Unvollkommene ganz. Die Freude, Leben als Wandel zu begreifen und zu erfahren, erfülle und begleite uns.
- Station Grenzen
Es gibt keine Grenzen, weder für Gedanken, noch für Gefühle. Es ist die Angst, die immer Grenzen setzt.
Ingmar Bergmann
Grenzsteine, Mauern, Zäune, Vorurteile – es gibt viele Zeichen, um Grenzen zu markieren, um zwischen Hier und Dort, Ich und Du zu unterscheiden. Dies möge ein Ort der Träume werden, der Utopien der Hoffnungen. Jede und jeder ist eingeladen, grenzenlose Gedanken zu wagen und auf seine Lebensreise mitzunehmen.
- Station Geborgenheit
Geborgenheit und Liebe gehen Hand in Hand. Geborgenheit spiegelt sich immer in einem „Du“. Bei Gott dürfen wir sein mit unserem ganzen Leben, so wie wir sind. Im Geborgen-Sein, im Geborgenheit-Schenken wird das Göttliche in uns lebendig. In Momenten tiefster Geborgenheit öffnet sich der Himmel.