Die WeinKultur Marling
Der Wein im Mittelpunkt
Die WeinKultur Marling
Die WeinKultur Marling
Die WeinKultur Marling
Die Pazeide befindet sich am Kirchplatz in Marling
Die WeinKultur Marling
Die WeinKultur Marling

Die WeinKultur Marling

Der Wein im Mittelpunkt

Bereits seit Jahrhunderten wird in dem Dorf Marling Wein angebaut. Eingebettet in die historischen Weinberge auf einem Hügel westlich der Kurstadt Meran, steht das Weindorf Marling auch heute noch für gelebte Kultur, zu der in Südtirol auch der Genuss eines edlen Tropfen gehört.

Am Fuße des Marlinger Berges erhebt sich das neue, zeitgenössische Gebäude der Weinkellerei Meran, ein architektonisches Juwel, in dem sich die Weinvielfalt der Kellerei mit Blick über das gesamte Etschtal verkosten lässt.
Neben der Weinkellerei Meran keltern in Marling auch Freie Weinbauern, so etwa der Plonerhof, der Popphof, der Gruberhof und der Pardellerhof-Montin, exzellente Rot- und Weißweine in den hofeigenen Weinkellern. Diese unabhängigen Winzer verarbeiten ausschließlich die Trauben der eigenen Weinhänge. Zu den Freien Weinbauern in Marling gehört auch das Weingut Eichenstein, dessen Weine im Hotel Restaurant Oberwirt erhältlich sind.
Echte Südtiroler Traditionsbetriebe sind auch die Privatbrennerei Unterthurner und die Bauernbrennerei Lahnerhof in Marling, die aus natürlichen und ausgewählten Rohstoffen edle Brände und Schnäpse erzeugen.
Der Rochelehof - im Zentrum von Marling gelegen - birgt viele alte Schätze, die im Erlebniskeller ausgestellt sind. Verschiedene Geräte, Bilder, Film- und Tonbeispiele geben Einblick in die Welt des Wein- und Obstbaus.
Der WeinKulturWeg Marling
Der Erlebnisweg rund um die WeinKultur weiterlesen ...
Der WeinKulturWeg mit Aussicht auf das Meraner Becken
Wo der Wein zuhause ist: Unterwegs auf dem Marlinger WeinKulturWeg

Charakterköpfe & Weingenuss in Meran – Südtirol

„Jo, Vernatsch holt“ sagt Opa. „Pino Grigio“ meint Mama. „Der Blauburgunder vom Erhard Tutzer in Marling“ antwortet Papa bestimmt auf meine Frage nach seinem Lieblingswein. Das Verhältnis der Südtiroler zu „ihrem“ Wein ist genauso eng, wie das Verhältnis zu „ihren“ Bergen. Eine Verbindung, geprägt von Stolz und Beharrlichkeit. Noch in den 70er-Jahren wurde in Merans Gaststuben dünner, säurebetonter Vernatsch ausgeschenkt. Doch dann begannen Südtirols Winzer, moderne Weine zu keltern, es folgte Auszeichnung um Auszeichnung und heute bringt das Land zahlreiche Premiumweine hervor, die international Beachtung finden.

800 Jahre Weinbau in Marling

Doch wo entstehen diese großen Weine? Wer sind die Produzenten? Ich treffe mich mit Naturführerin Heidi Tappeiner auf dem Marlinger Kirchplatz, um mehr über den Weinanbau und den Weingenuss in Meran zu erfahren. Seit Jahrhunderten wird in Marling Wein angebaut und gekeltert; die Aufzeichnungen über die Weinzinse im Kelleramt reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Das Weinanbaugebiet Marling bei Meran kann mit einem großen Sortenspektrum aufwarten: Auf sieben Hektar reifen Sauvignontrauben heran, auf sechs Hektar Vernatsch- und auf zweieinhalb Hektar Chardonnaytrauben. Auf den Marlinger Sonnenhängen gedeihen aber auch Merlot, Lagrein, Goldmuskateller und sieben weitere Sorten.

Kein Beruf, sondern Berufung
Wir schlendern nordwärts bis zum Hotel Oberwirt, ein beliebtes Ziel für den Wein- und Genussurlaub in Südtirol.
Hier baut Sepp Waldner in der 11. Generation authentische, charaktervolle Weine an und aus, erklärt uns die Naturführerin. Das alte Pfarrwidum und die Privatbrennerei Unterthurner lassen wir hinter uns und erreichen das Weingut Popphof, das ebenfalls auf eine große Weintradition verweisen kann. Seit 1592 wird hier Wein gekeltert. Andreas Menz vom Popphof weiß, was die Reben, die in den Schiefer- und Tonböden der Meraner Senke wurzeln, brauchen: „Marlinger Weine sind ruppiger, sie brauchen Zeit. Auch die Weißweine!“ Wer dem rüstigen Winzer zuhört, spürt: Das Winzersein ist für Andreas Menz kein Beruf, sondern eine Berufung. Auf die Theorie folgt die Praxis: Wir verkosten einen fruchtigen Weißburgunder mit Apfelnoten und einen nach dunklen Waldbeeren duftenden Merlot.

Vernatsch für Opa

Wenige Minuten vom Popphof entfernt liegt der idyllische Pardellerhof Montin. Hinter dem Haus ziehen sich die Weinreben steil empor. Der Hof war zweihundert Jahre lang Teil der Besitztümer des Klosters Steingaden in Oberbayern und diente dem Klerus als Weinlieferant. Heute bewirtschaften Erwin Eccli und Anita Mitterer zwei Hektar Anbaufläche – neben den Rebflächen in Marling noch Weinberge in Salurn. Bodenständige Weine und Raritäten sind das Steckenpferd des sympathischen Winzerpaares. Viel Lob erhielt ihr Meraner Hügel, ein besonders fruchtiger Vernatsch. Ich kaufe eine Flasche für Opa.

Verwurzelt in der Vielfalt
Das Weinanbaugebiet Marling zeichnet sich durch seine Diversität aus. Es gibt große und kleine Betriebe, Mitglieder der Kellerei Meran und freie Weinbauern, Weingüter im Tal und auf 600 Metern Höhe. Jeder Hof erzählt seine eigene Geschichte. Der Gruberhof etwa, in schönster Hanglage unterhalb des Marlinger Waalwegs gelegen. Seit 1995 bewirtschaftet Familie Gamper ihren Betrieb nach biologisch-organischen Richtlinien. 2015 hat sich der junge Kellermeister Jakob Gamper seinen Traum vom eigenen Bio-Weingut erfüllt und baut seitdem pilzwiderstandsfähige Traubensorten an. Einige seiner Weine wurden mit dem PIWI-Weinpreis prämiert.

In Marling findet sich auch das wohl steilste Weingut Südtirols: Auf 550 m Höhe baut Familie Geier in extremer Hanglage mit 75 % Steigung Wein an und pflegt die Reben teils mit der Hand, teils mit selbst hergestellten Raupenfahrzeugen. Der Sekt des Marlinger Weinguts, ein Cuvée aus den Trauben Bronner und Solaris, trägt einen Namen, der auf die schwierigen Produktionsbedingungen verweist: Steil.

„Und wo ist der Plonerhof, wo dieser hervorragenden Blauburgunder gekeltert wird, von dem Papa so geschwärmt hat?“ will ich von Naturführerin Heidi wissen. „Das Weingut Plonerhof liegt da drüben“ erklärt sie und zeigt in Richtung Forst. Ich erfahre, dass Erhart und Herta Tutzer den Obstbaubetrieb vor einigen Jahren mit viel Erfolg in ein Weingut umgewandelt haben.

Weingenuss in Meran & Marling
Während unseres Spaziergangs auf dem WeinKulturWeg halten wir immer wieder bei Stelen und Schautafeln, die Aufschluss über Weingeschichte und Weinkultur in Meran und Südtirol geben. Nach einer Dreiviertelstunde erreichen wir das Ziel unserer kleinen Weinreise durch Marling bei Meran, die Kellerei Meran. Architekt Werner Tscholl hat den Burggräfler Weintrauben ein schickes Zuhause aus Glas, Stahl und Holz gebaut. Die Ernte von 400 Mitgliedsbetrieben und Kleinbauern aus Meran und Umgebung wird hier schonend und mit innovativen Verfahren zu Qualitätswein verarbeitet. Besonders beeindruckend: Die Önothek mit dem fantastischen 360-Grad-Blick auf den Meraner Talkessel und auf das Etschtal.

Zuhause angekommen, kosten Opa und ich ein Glas Vernatsch vom Pardellerhof. Er schmeckt fruchtig, trocken, nach Mandeln. Ich schenke nach. „Sigsch, der Vernatsch isch am beschten, brauchts kuan nuimodischen Wein“ lacht Opa. Darauf stoßen wir an.
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Wein (er)leben
29.10.2020 09:30 - 12:30
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