Veranstaltungen Wetter Webcams
"Hou ruck, grangglt wert" - das Ranggeln ist ein beliebter Südtiroler Volkssport. Und die Männer aus dem Passeier sind seit jeher die Besten im Lande. Die unkomplizierte Kampfart hat ein Unterinntaler 1927 zu uns gebracht.

St. Martin ist die Hochburg der Passeirer Ranggler. Dort allein werden etwa 30 Burschen im Alter zwischen 6 und 30 Jahren ein- bis zweimal in der Woche trainiert und auf nationale und internationale Wettkämpfe vorbereitet. Schauplatz ist meist eine Wiese am Ortsrand, ein Fußballplatz oder ausgelegte Matten in den Vereinshäusern.

Es gibt vier offene Kampfklassen ohne Berücksichtigung des Gewichtes. Die Sportler sind barfußig, tragen weiße Leinenhosen mit Riemen und weißes Leinenhemden. Die 100 bis 150 Sportler werden, meist durch Auslosung, in Paare eingeteilt. Der Gewinner kommt in die nächste Runde. Der Verlierer darf nur mehr zusehen. Nach jahrelangen Erfahrungen und Studien sind dieser Sportart strenge Regeln auferlegt worden. Der Kampf wird von einem Schiedsrichter geleitet und darf bis zu 6 Minuten dauern. Bei Unregelmäßigkeiten droht sofortiger Ausschluss.

Es ist jedoch auch möglich, den Kampf vorzeitig zu entscheiden, wenn ein Teilnehmer es schafft, seinen Konkurrenten so zu Fall zubringen, dass seine beiden Schultern den Boden berühren. Die meist zahlreichen Schaulustigen unterstützen ihre Favoriten lautstark und rufen ihnen so manche gute, fachliche Tipps zu, die sie befolgen sollten. Ein Außenstehender kann sich unter den Begriffen Knüpfen, Fatschen, Hufen, Stirnen oder Kreuzwurf kaum etwas vorstellen. Es sind Methoden und Techniken um den Gegner zu besiegen.

Mit einem Rangglwettkampf ist meist ein kleines Wiesenfest verbunden. In den letzten Jahren sind intensive Beziehungen mit den starken Rangglvereinen aus Bayern, Nordtirol, Salzburg und Vorarlberg aufgebaut worden. Sowohl für die Aktiven als auch für die Veteranen sind solche Treffen die beste Gelegenheit, Gedanken und Erfahrungen auszutauschen.