Das Klarissenkloster war das älteste und eines der bedeutendsten mittelalterlichen Klöster Merans. Es wurde 1309 am Kornplatz gegründet und bestand aus mehreren Gebäuden, zwei Kreuzgängen, einem Garten und der Klosterkirche. Auf der anderen Seite des Rennwegs befand sich die Kapelle der hl. Katharina, die durch einen bogenförmigen Übergang mit dem Hauptkloster verbunden war.
Dank massiver Außenmauern diente der Klosterkomplex in Kriegen als sicherer Zufluchtsort. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts zählte das Kloster zu den reichsten religiösen Zentren Tirols, wurde jedoch 1525 im Deutschen Bauernkrieg geplündert. Im Jahr 1782 löste Kaiser Joseph II. den Komplex im Zuge von Kirchenreformen auf, vertrieb die Nonnen und übergab die Gebäude durch die Säkularisierung in Privatbesitz.
In den folgenden Jahrhunderten wurde das Kloster mehrfach umgebaut. Heute beherbergt ein Teil des Komplexes die Hauptverwaltung der Südtiroler Volksbank. Restaurierungen legten gotische Architektur, mittelalterliche Fundamente und Fresken frei. Die erhaltenen Gebäude und Kunstwerke zeugen von der bedeutenden Rolle des Klarissenklosters in der mittelalterlichen Geschichte Merans.Der ehemalige Kreuzgang ist tagsüber geöffnet, der Eintritt ist frei.
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