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Fliegenfischen – die Königsdisziplin unter den Anglern

Oliver Schwienbacher aus dem Ultental steht kniehoch im klaren Wasser. Er hebt seine Angelrute mit einer fließenden Bewegung an und schwingt die Schnur in eleganten Bögen über der Wasseroberfläche. Einmal, zweimal, dreimal, viermal. Dann trifft die Fliege scheinbar schwerelos auf die Wasseroberfläche. Die hellen Büschel des künstlichen Köders tanzen mit der Strömung mit. Doch dieser Tanz währt nur kurz. Schon bald peitscht der Köder wieder durch die Luft. Das Spiel mit der Fliege beginnt von vorn.

Fliegenfischen hat keine besonders lange Tradition. Obwohl das Angeln selbst seit Jahrtausenden von Menschen ausgeübt wird, kennt man die heutige Form des Fliegenfischens erst seit einigen hundert Jahren. Einen Boom erlebte die Art des Fischens 1992 mit dem US-amerikanischen Spielfilm von Robert Redford „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“.

Auch Oliver bekam diesen Hype mit. Für viele seine Schüler war dieser Film der Grund, Unterricht im Fliegenfischen zu nehmen. Der Ultner ist nämlich nicht nur leidenschaftlicher Fliegenfischer, sondern auch Instruktor. Als Personal Guide bringt der Kunstschlosser an Wochenenden Anfängern das Fischen mit der Fliege bei. Das gewässerreiche Ultental eignet sich dafür hervorragend – egal ob einer der Stauseen, idyllischen Bergseen im Hochgebirge oder der Falschauerbach mit seinen zahlreichen Zuflüssen.

Interview mit Oliver:

Wie geht Fliegenfischen?
„Entgegen dem Bild aus dem Spielfilm schnappt der Fisch die Fliege nicht im Moment des Wurfes, sondern erst, nachdem sie auf die Wasseroberfläche abgelegt wurde. Und gerade darin liegt die Kunst des Fliegenfischens. Um den Fischen den federleichten Köder möglichst vor der Nase zu platzieren, braucht es eine besondere Schnur, die als Wurfgewicht dient und eine eigene Auswurftechnik. Der Rutenarm ist zu Beginn angewinkelt und die Rutenspitze zeigt zur Wasseroberfläche. Dann wird die Rutenspitze in einer fließenden Bewegung angehoben und zur Blickrichtung vorwärts und rückwärts bewegt. Am besten ohne dabei das Handgelenk abzubiegen. Verglichen mit einer Uhr wird der Vorwurf bei etwa zehn Uhr gestoppt und der Rückwurf bei ein Uhr. Dabei sollte man so wenig Kraft wie möglich einsetzen. Die Kunst besteht darin, mit der Schnur immer in der Luft zu bleiben.“
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„Einmal angefangen, kommt man nicht mehr vom Fliegenfischen los.“
Was macht für dich den Reiz im Fliegenfischen aus?
„Fliegenfischen ist die angenehmste Art des Fischens, mit direktem Kontakt zur Natur. Ruhe, ständige Bewegung unter Beobachtung von Natur und Wasser – da wird sogar der Fisch manchmal zur Nebensache. Beim Fliegenfischen geht es nicht darum, Fische zu fangen, daher lasse ich 90 Prozent wieder frei. Es geht darum, den Fisch zu überlisten und das richtige Muster der Fliege auswählen.“

Welche Köder benutzt man fürs Fliegenfischen?
„Mücke, Schnake, Libelle, Biene oder Grashüpfer. Die Köder werden aus Wolle, Fell, Federn, Fäden, Draht oder Haaren gebunden. Sie imitieren täuschend echt die natürliche Nahrung der Fische auf der Wasseroberfläche. In Gewässerabschnitten oder zu Tageszeiten, in denen Fische vor allem im Wasser nach Nahrung suchen, greift man zu Nymphen, mit denen im Wasser treibende Insektenlarven nachgeahmt werden.“

Welche fünf Dinge dürfen für dich beim Fliegenfischen neben Angel und Köder nicht fehlen?
„Man braucht nicht viel. Man hat kein großes Gepäck dabei, sondern nur das, was wirklich gebraucht wird. Ich habe immer meine Bauchtasche für die Ersatzköder dabei, wasserdichte Hose und wasserdichte Schuhe, meine Weste und ganz wichtig: polarisierenden Sonnenbrillen. Sie nehmen die Oberflächenspiegelung vom Wasser und schützen die Augen. Durch die schwingende Bewegung der Schnur blickt man oft direkt in die Sonne.“

Tipps und Tricks für Anfänger?
„Wer sich fürs Fliegenfischen interessiert, sollte einen Kurs besuchen, damit man nicht mit der falschen Wurftechnik anfängt. Bei den Kursen bekommt man eine Leihausrüstung und kann schauen, ob das etwas für einen ist. Wenn jemand ernsthaft mit dem Fliegenfischen anfangen möchte, dann ist es wichtig, nach dem Kurs weiterzumachen, denn es braucht viel Zeit, um die Technik des Fliegenfischens richtig zu beherrschen.
Wichtig ist, Geduld mitzubringen und nicht zu große Erwartungen zu haben, in der Falschauer einen riesigen Fisch zu fangen. Der Hauptbestand in diesem Gewässer ist die Bachforelle und da das Wasser nicht tief ist, ist die Durchschnittsgröße nicht so wie vielleicht andernorts. Die Fische sind verhältnismäßig kleiner. Und ganz wichtig: Vorsichtig mit dem gefangenen Fisch umgehen.“

Hier kann man im Ultental überall Fliegenfischen
„In allen Seen und in der gesamten Falschauer von St. Pankraz bis St. Gertraud ist Fliegenfischen erlaubt, mit Ausnahme vom Fischersee und vom Bach ab der Brücke am Kainz Laden in St. Gertraud. Von da an ist der Bach ausschließlich den Mitgliedern des Ultner Fischervereins vorenthalten.“

INFO
Während ortsansässige Leute die Fischerlizenz und die Fischerprüfung benötigen, können sich Gäste die Lizenz kaufen. Diese hat 10 Jahre Gültigkeit. Dazu braucht jeder noch eine Fischwasser-Tageskarte.
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