Vinschgauer Radweg
Eine versunkene Stadt, eine Zeitreise ins Mittelalter und weltberühmtes weißes Gold: Der Vinschgau hat mehr zu bieten, als er anfangs vielleicht vermuten lässt.
Vinschgauer Radweg

Der Vinschgau Radweg oder Etschradweg

Eine versunkene Stadt, eine Zeitreise ins Mittelalter & weltberühmtes weißes Gold: am Vinschger Radweg, besser bekannt als Etschradweg, gibt es einiges zu entdecken

Startpunkt des Vinschgauer Radwegs, dem ersten Teilstück des Etschradwegs, ist Graun am Reschensee auf über 1.500 m ü.d.M. Von hier führt der Radweg in rund 80 Kilometern vorwiegend der Etsch entlang leicht abwärts bis in die Kurstadt Meran.
Der Reschensee, mit seinem anmutig aus dem See ragenden Kirchturm, ist bereits das erste Highlight entlang der Strecke des oberen Etschradwegs. Der markante Kirchturm erzählt von einer ganz besonderen Geschichte: Das berühmte Postkartenmotiv des Vinschgaus ist das sichtbare Überbleibsel der Ortschaft Alt-Graun. 1950 legte man einen Stausee zur Stromgewinnung an, Graun und Teile von Reschen wurden zu diesem Zweck geflutet. Das Bild des Kirchturms im türkisblauen Wasser erinnert uns auf unserem Weg bergab bis nach St. Valentin auf der Haide an die versunkene Stadt.


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Reschensee - Kirchturm - Boote - IDM Südtirol / Frieder Blickle
Der Reschensee mit seinem Kirchturm
Mit Blick auf das mächtige Ortlermassiv passieren wir auf unserem Fahrrad, den Haider See und die Dörfer Mals, Burgeis und Laatsch und gelangen ins mittelalterliche Glurns. Mit knapp 900 Einwohnern ist es die kleinste Stadt Südtirols und noch heute vollständig von einer Ringmauer umgeben.
Ein Besuch in Glurns gleicht einer Zeitreise. Hier ist alles so, wie es einst war. Wuchtige Stadtmauern, Wehrtürme, prächtige Bürgerhäuser und malerische Gassen, wohin man schaut. Heute direkt am Etschradweg, dem spektakulären Radweg im Vinschgau und an der historischen Via Claudia Augusta gelegen, war Glurns einst ein blühender Knotenpunkt für den Handel. Bei der Calvenschlacht von 1499 wurde die Stadt geplündert und vollkommen zerstört. Die Ringmauer, die man beim Wiederaufbau von Glurns 1580 errichtete, ist dagegen noch vollständig erhalten – so wie vieles andere. Beim Bummel durch die faszinierende Stadt wird klar: Hektik ist hier ein Fremdwort. Entspannt schwingen wir uns auf den Sattel und lassen Glurns auf dem Vinschgauer Radweg hinter uns.
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Stadt Glurns - Mittelalter - IDM Südtirol / Tina Sturzenegger
Die mittelalterliche Stadt Glurns
Weiter geht’s auf unserem Bike durch den oberen Vinschgau, vorbei an Spondinig und Prad am Stilfser Joch bis nach Laas, das bekannt ist für seinen Marmor - hier sind sogar die Gehsteige mit dem weißen Gold gepflastert. Vom Vinschgauer Radweg aus erkennen wir die Schrägbahn, die das weiße Gold ins Tal transportiert. In riesigen Blöcken gelangt es von hier in Großstädte wie Wien, London und sogar New York. Der Laaser Marmor ist nicht nur in Europa, sondern sogar in Übersee ein Begriff. Der Pallas-Athene-Brunnen in Wien, das Queen-Victoria-Denkmal in London oder die U-Bahn-Station Ground Zero in New York: Sie alle schmückt der Laaser Marmor. Mit der Laaser Marmorbahn wurde der Laaser Marmor aus den Bergwerken oberhalb von Laas seit 1929 ins Tal bis hin zum Zugbahnhof am Fluss Etsch transportiert.
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Laas im Vinschgau mit seinem Laaser Marmor
Über eine kleine Abfahrt führt uns unsere Fahrrad- Tour weiter nach Schlanders und Goldrain. Hier lädt der idyllische Goldrainer See zu einer Rast ein. Weiter geht es über Latsch, immer weitläufiger werden die Apfelwiesen links und rechts von der Etschradroute, an den Hängen breiten sich die Weinreben aus. Am kargen Sonnenberg schiebt sich bei Kastelbell das gleichnamige Schloss ins Panorama, kurz vor Naturns dann Schloss Juval, Sommerresidenz des berühmten Südtiroler Bergsteigers Reinhold Messner.
Über Naturns mit der kleinen Prokuluskirche, Plaus mit seinem berühmten Totentanz und Rabland geht’s, am unteren Ende des Vinschgauer Radwegs, nach Töll, wo wir die Staatsstraße überqueren und dem Radweg folgen. Auf dem Weg nach Algund kommen wir an den Trauttmansdorffer Thronsesseln vorbei, zwei überdimensional großen Holzstühlen mit großartiger Aussicht aufs Burggrafenamt und weiter bis zum Endpunkt unserer Vinschgauer Fahrradtour, die Kurstadt Meran, in der schon einst Kaiserin Sissi zu Besuch war.
Schloss Juval - außen - Ansicht - TG Naturns / Maria Gapp
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Schloss Juval und die Prokuluskirche in Naturns
Start Radweg Vinschgau: Graun am Reschensee 
 erreichbar mit der Vinschgauer Bahn / Bikeshuttle ab Naturns
Ziel Radweg Vinschgau:  Kurstadt Meran
 retour mit Bike / Vinschgauer Bahn / Bikeshuttle nach Naturns
Länge Radweg: ca. 80 km 
Höhenunterschied: ca.1.250 hm (Abfahrt) / ca. 100 hm (Anstieg) 
Streckenbeschaffenheit:Großteils asphaltierter Radweg, teilweise aber auch Feld- und Forstwege (Schotter), mit wenigen Autos oder Traktoren 

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